Was ist links?

Was ist links?

„Mit linker Politik werden sehr unterschiedliche Umsetzungsversuche jener ideologischen Ansätze bezeichnet, welche die Aufhebung von Ungleichheit und als Unterdrückung begriffenen Sozialstrukturen, zugunsten der wirtschaftlich oder gesellschaftlich Benachteiligten, zum Ziel haben.“

Gut, aber googlen können wir alle. Was ist links im Jahre 2016? Ein Versuch aus allen Facetten der neuen politischen Kraft ein großes Mosaik zu basteln:

Wir sitzen am Küchentisch unserer Dachgeschosswohnung im Wedding und der Dampf tanzt über unseren Teetassen Ballet. Die Nachbarin aus dem Zweiten schreit ein Mal über den ganzen Hof: „Ich bin Deutsche!“ Sie geht nur aus dem Haus, wenn ihr Bier alle ist und ist definitiv nicht links.
„Sind wir links?“, frage ich, eigentlich eher mich selbst. Meine Freundin antwortet im gleichen Augenblick wie ich.
Sie: „Nein.“
Ich: „Ja.“
Wir schmunzeln.

Sie erklärt: Wir gehen arbeiten, wollen mit der DDR nichts zu tun haben und tragen nur Schwarz, wenn wir feiern gehen. Wir sind nicht links.

Sie hat Recht. Aber irgendwie sind wir ja doch anders. Wir trinken Leitungswasser oder Kaffee von Kooperativen. Wir fahren U-Bahn, wenn es sein muss, aber am liebsten Fahrrad. Wir retten Lebensmittel oder kaufen in der Food-Coop um die Ecke ein. Wir organisieren Tauschpartys, Umsonst-Konzerte, Hackathons und geben dem Obdachlosen vom Leopoldplatz immer wenn wir können einen Kaffee aus. Der Soundtrack zu unserem Leben ist „Hurra, die Welt geht unter“.

Aber einen Stein geworfen habe ich noch nie. Was sind wir denn jetzt?

Vielleicht heißt Links sein heute: In allen ein anderes Talent sehen und trotzdem den selben Wert.

Ja, das klingt nach uns. Weil wir nie jemanden auf einer Party fragen: „Wo kommst Du her und was machst Du so?“, sondern „Was macht Dich glücklich? Was sind Deine Träume und was ist der erste Schritt dorthin?“ Wir reden nicht darüber wie es ist, sondern wie es sein sollte und gehen in Trippelschritten in diese Richtung. Wie Knospen, die den Asphalt durchbrechen. Auf Demos sind wir jedes zweite Wochenende, aber ohne Fahnen zu schwenken oder zu verbrennen. Wir arbeiten an der Freiheit; nicht nur für weiße, heterosexuelle Männer; nicht ab zweieinhalbtausend im Monat ; sondern für alle, bedingungslos wie die Liebe zu unseren Freunden und das Grundeinkommen, das bald kommt. Wir, das sind Menschen, die Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit nicht als hippen Lifestyle verstehen, sondern aus tiefster Überzeugung heraus leben. Wir sind viele. Dieses „Wir“ heißt alle in unserer Generation willkommen, die es ernst meinen, aber sich nicht all zu ernst nehmen.

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Schritt für Schritt ins Paradies.

Wir stellen alles in Frage. Auch uns selbst. Und was wir lieben. Ihr müsst Euch schon ordentlich was einfallen lassen, um uns zu gewinnen. Wir checken Eure ganze, verdammte Produktionskette und analysieren Euer ganzes, verdammtes Geschäftsmodell bevor wir etwas kaufen, downloaden oder nutzen. Denn wenn wir schon im ewigen Wettkampf leben, dann darum, wer die glücklichsten Produkte macht. Jede unserer Facebook-Gruppen könnte das nächste Leipziger Forum sein… Schon blöd, dass wir ausgerechnet das asozialste Netzwerk weltweit nutzen. Und uns vor unseren schicken MacBooks über die Gesellschaft aufregen. Und überdurchschnittlich akademisch, weiß und männlich sind… Aber wir arbeiten dran.
Ihr wart klassen-, wir sind umweltbewusst. Nicht so nach-Costa-Rica-fahren-und-Schildkörten-streicheln-umweltbewusst, sondern im-Umsonstladen-was-finden-oder-halt-nackig-rumlaufen-umweltbewusst. Ihr wolltet nur die Produktionsmittel, wir alle Facetten der Gerechtigkeit.

Ihr aus der Rentnerlinken versteht uns nicht. Ihr sagt, wir nehmen keine Rücksicht auf die Armen. Dabei ist alles, was wir machen, ob Messen, Alben, Apps, Konzerte, und und und, ist immer kostenlos, genau wie Klamotten und Essen. Das Publikum ist bunter als der Karneval der Kulturen. Und trotzdem suchen wir jedes Mal einen Weg es zu erweitern. Uns interessiert es nicht, wie sich jemand nennt. Ob Links, muslimisch oder einfach Mensch. Diese Ettiketten sind aus Eurem Jahrtausend. Wir schauen darauf, was die Menschen wirklich machen. Diese Kritik zeigt wieder Eure Art zu denken: dass es den einen richtigen Weg gibt, den ein weiser, weißer Mann vor Jahrhunderten aufgeschrieben hat und von weisen, weißen Männer umgesetzt wird, dem alle folgen müssen. Das ist eine realitätsferne und antidemokratische Denkweise. Und mit der will heute zum Glück niemand mehr zu tun haben. Ihr hattet ´68 und ´89 Eure Chance den Lauf der Geschichte für immer zu verändern, habt aber nie den Schritt von der Theorie in die Praxis gewagt. Vielleicht liegt es ja auch daran, dass die „working poor“ nichts mit linken Ideologien mehr anfangen kann. Weil für sie sich nie etwas verändert hat. Mit anderen Worten: Jetzt lasst mal die Jugend ran!
Ich glaube eigentlich stört es Euch, dass wir nicht in jedem Satz ein „Proletariat“ oder „Klassenkampf“ unterbringen. Und dass Eure obrigkeitshörige Art nicht funktioniert hat. Aber wir sind dezentral. Wir brauchen keine -ismen. Wir haben keine Partei, keinen Anführer, nur unser Herz als Kompass.

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Meine Texte und Bilder sind so frei wie unsere Gedanken. Alles public domain.

Links heißt heute auf nichts mehr zu warten. Nicht auf die Revolution, nicht darauf, dass Wahlkampfversprechen eingehalten werden. Wenn Ihr es nicht hinbekommt einen würdigen Lohn zu zahlen, dann gründen wir halt ein Startup und bezahlen uns selber. Wenn Euch nicht mehr einfällt, als eine Mietpreisbremse: Too bad. Wir sind mittlerweile im Miethäusersyndikat oder bauen uns ein Tiny House. Und wenn Ihr nervt, rollen wir einfach wo anders hin.

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Im „House of Rights“ von Van Bo Le-Mentzel können Menschen die Grundrechte lesen und debattieren.

Und wenn dann in 10 Jahren Euer Kapitalismus wieder ein Mal zusammenbricht, Eure Aktien nichts mehr wert sind, Eure Umsätze einbrechen; bekommen wir davon nur aus der Zeitung mit. Euren Luxus kann und will die Welt nicht mehr verkraften.

Aber unser Luxus heißt Freiheit. Und wir leben ihn schon heute.

Wir sind links. Wir sind frei. Wir sind Mensch. Wir sind die Zukunft.

Dieser Artikel entstand in Peer-to-Peer-Produktion von Jonathan Funke, Dario Uribe Pugner & dem Hürst.
Dieser Text war ein paar Tage lang passwortgeschützt, weil er ich ihn gern mit Freunden perfektionieren wollte. Ich schicke ihn nämlich an Zeit Campus für ihre Kategorie „Jung & links„. Deshalb freue ich mich auch über Rückmeldung von Euch!

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Von Indien lernen Teil I

Schon beim ersten Schritt in Mc Loed Ganj wird einem klar: Hier ist es ganz anders als im Rest Indiens. In den Straßen tummeln sich Menschen aus der ganzen Welterweight, um die wunderbar frimedliche Atmosphäre zu genießen. Alle Schilder sind in mehreren Sprachen. An den Wänden stapeln sich Zettel zu Angeboten zu Meditationskursen und Einführungen in den Buddhismus. Überall Bilder des Dalai Lama und die traditionellen Mönchskutten im ruheaustrahlenden Rot der Drachenfucht.

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Mc Leod Ganj ist nämlich eine Stadt, die fast ausschließlich von Flüchtlingen aus Tibet bewohnt und gemanagt wird. Der Unwille die Zustände in der Heimat zu akzeptieren, lässt bis zum heutigen Tage Menschen die Gipfel des Himalaya, die Touristen mit Hightech—Ausrüstung und jahrelangem  Training meistern, mit nichts als ihrer Kleidung und heiligen Schriften überwinden; allein aus der Sehnsucht nach Freiheit. Das Idyll, das sich hier gebildet und eine solch riesige Anzugskraft auf Inder wie Ausländer entfaltet hat, ist eine von der CSU so gefürchtete Parallelgeschaft. Ein Wort, das im Wörterbuch meines Handy mit dem ich diesen Text grade verfasse, gar nicht vorhanden ist. Denn es ist der grenzenlosen Kreativität der benannten Partei entsprungen. Jede Metropole der Welt, ob New York, Amsterdam oder Kuala Lumpur hat ein China Town. Eine Enklave, in der andere Gerichte serviert, andere Sprachen gesprochen und andere Traditionen gepflegt werden. Hier in Mc Loed Ganj steht ein gigantischer buddhistischer Tempel, mit das größte Haus der Stadt. Daneben werden Autoaufkleber von Im Zeichen und hinduistischen Göttern verkauft. Nichts Integration! Koexistenz! Friedlich nebeneinander.

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Und bevor jetzt irgendjemand behauptet, alle Religionen seien besser als der Islam: Es ist wenige Jahre her, dass der derzeitige Dalai Lama die alleinige politische Macht abgegeben hat. Blutige Anschläge auf Muslime durch Buddhisten sind hier keine Seltenheit.

Jedes Mal , wenn unterschliche Denkansätze aufeinander treffen, entsteht Potenzial; für Konflikt oder Zusammenarbeit, das entscheiden wir.

Zu sehen, wie harmonisch die Mönche hier mit Sonnenbrille und IPad in den Cafés sitzen, wie Fairtrade—Initiativen die Tibetaner hier und jenseits der Berge unterstützen, wie das Leben hier fluoriert, macht Hoffnung, dass das Selbe auch In Deutschland möglich ist. Dass irgendwann, wie es hier schon Gang und Gebe ist, Hindus in der Moschee beten und Atheisten buddistische Kloster besuchen. (So wie ich die letzten 10 Tage,  aber dazu nächsten Montag mehr)
Vielleicht, vielleicht mache ich ja auch in einigen Monaten wieder den ersten Schritt auf Berliner Boden und merke: Hier ist etwas anders!

Ojemineh, AfD!

Hey Leute!
Ich habe mir überlegt, dass ich auch gern meine argentinischen Freunde meine Ideen lesen lassen. Außerdem treffe ich in letzter Zeit ziemlich viele nette Leute aus aller Welt. Deshalb habe ich überlegt Jodablog ab jetzt auf Englisch zu verfassen. Außer ihr habt Einwende. Ich meine: Der Kunde ist König. Lasst es mich wissen.
Viel Spaß beim Lesen!
Joda

Ojemine bezeichnet nach dem Duden Ausrufe des Erschreckens, der Bestürzung. Der Ausruf trifft also ganz gut unseren Gemütszustand bei den ersten Wahlergebnissen Brandenburgs

Nun die Wahl ist lang vorbei, lang genug um mir mein Fazit zu bilden. Egal, ob man nun die AfD gefährlich oder lächerlich findet, dass sie eine Zustimmung von zum Teil über 10% haben, zeigt, dass die Probleme, die sie mit ihrer berühmten populistischen Rhetorik ansprechen durchaus für die Menschen von Bedeutung sind. Nun würde ich davon abraten die AfD als Protestpartei all zu ernst zu nehmen. Vielmehr sollte die Regierung verstehen, dass es nicht reicht Kriegsflüchtlinge einfach in Lager fernab jeglicher Zivilisation zu weisen und dann zu hoffen, dass die sich schon irgendwie integrieren.
Ein anderes zentrales Thema war der „Alternative“ war die Zuwanderung aus der EU und den Krediten Deutschlands an Euro-Länder. Hier fällt Merkels gespielte Großzügigkeit direkt auf die Füße, da der Mehrheit der Deutschen überhaupt nicht klar ist, dass sie es sind, die an beidem verdienen. 90% der Immigranten aller Volksgruppen, die nach Deutschland kommen, sind bestens qualifiziert und spülen jährlich Milliarden in die Staatskassen. Wir schnappen den anderen europäischen Ländern ihre ökonomische Elite weg. Und fühlen uns trotzdem ausgebeutet. Die Zinsen müssen noch die Kindeskinder der heute verschuldeten Griechen und Spanier begleichen.
Vielleicht versuchen wir, statt uns auf mystisch verklärte Tradition und Heimat zu berufen, einfach mal mit unseren Großeltern zu reden und erkennen, wie gut es uns heute geht und dass wir das alles Ausländern verdanken. Natürlich können wir jetzt weiter die Grenzen um Europa militärisch aufrüsten und auch die Deutschen grenzen wieder dicht machen. Vielleicht genügt aber auch ein kurzes: „Danke.“

Quellen:
Verlinkt

Alle in der Pubertät

Seht auf´s Meer hinaus. Seht das majestätische Blau, wie es sich bis zum Horizont erstreckt. “Tief und unendlich, wie der Ozean” sagt man. All das gefüllt mit Leben. Die Wogen an stürmischen Tagen scheinen unbezwingbar und haben ach so viele Menschen das Leben gekostet.

Und dann lernten wir uns die Natur Untertan zu machen. Der menschliche Verstand und die aus ihm resultierende Technologie ermöglichte es uns die Fangerträge zu vermehren und die Bevölkerung zu versorgen, die Wellen umzuwandeln in elektrischen Strom, ja sogar mithilfe von “schwerem Wasser” Atome zu spalten. Die Menschheit strotzte vor Energie in jedem Sinne. Alles schien möglich, alles würde besser werden. Wir waren wie ungestüme Teenager, die ihre jugendliche Kraft bis zum Limit austesten mussten.

Und jetzt? Wer hätte beim Betrachten dieser unendlichen Wassermassen jemals erahnen können, das wir eines Tages in der Lage sein würden leer fischen? Das Meer ist nur ein Beispiel für tausende, an denen das Tier “Mensch” gelernt hat, dass nicht alles, was möglich ist, gut ist. Wir haben gemerkt, dass wir nun stärker sind als unsere Mutter Natur; doch auch, dass dies nie unser Ziel war. Genauso spüren wir jetzt am eigenen Leib, dass wir mehr von ihr abhängig sind, als gedacht; sogar mehr, als sie von uns. Aber gut! Wir waren jung, haben mit die neuen Sachen ausprobiert, Fehler gemacht. Das ist wichtig und richtig. Das gehört zu jedem Lernprozess dazu, sonst wird die Neugier irgendwann zur Reue. Das Wichtigste ist nur, dass wir unsere Lektion gelernt haben. Wir wissen heute: Nicht alles, was möglich ist, ist nötig. Aber alles was nötig ist, ist möglich. Oder?

Klimawandel? Alles Lüge?

Es gibt das ja immer wieder: Menschen, die sich weigern allgemein gültige Tatsachenn zu akzeptieren. Sie fühlen sich als Avantgarde durch simples Ignorieren von Fakten. Sie dieses Gefühls zu berauben ist natürlich eine Frechheit. Ich persönlich bin erstmal völlig sprachlos, wenn mir jemand ernsthaft zählen will, dass es ja schon immer Eiszeiten und Klimawandel gab und ja auch CO2 aus Planzen und Vulkanen kommt. Alles völlig natürlich also.
Dass es genau das nicht ist, ist ja mittlerweile nicht mehr zu leugnen. Aber trotzdem gilt ja immer:

„Deine Kritik bringt mich weiter.“

Denn es stimmt, dass sich sowohl Aktivisten als auch Politiker großenteils an CO2-Ausstoß-Größen und Energiebilanzen aufhängen. Was dabei unter den Tisch fällt, ist, dass meistens die Produktion dieser futuristischen Energiesparprodukte mehr Strom und Ressourcen frisst, als diese jemals einsparen könnten. Ich finde es nämlich viel erschreckender, dass wir in neun Monaten verbrauchen, was uns die Erde in einem Jahr gibt. Da hilft der neue Porsche mit minimalem Verbrauch auch recht wenig. Aber wie wir nachhaltig etwas verändern, haben wir ja schon geklärt.

Ich sage deshalb: Selbst wenn Klimawandel alles nur eine große Erfindung ist, sind die Böden ausgelaugt, die Flüsse weltweit nicht mehr betretbar und Abholzungen von der dreifachen Fläche New Yorks zu viel des Guten. Das hat alles nicht mit Klimawandel zu tun. Um diese Probleme zu lösen, müssen wir weiter denken als nur in CO2-Zertifikaten und Energiesparklassen. Das Ziel muss eine Wirtschaft sein, die, wie die Natur, so viel verbraucht, wie ihr zur Verfügung steht. Aber wir sind auf einem guten Weg.
Ehrlich gesagt, will ich in dieser Debatte auch gar nicht Recht haben. Es wäre mir am liebsten, dass es sich schon alles wieder einregelt. Auf Nummer sicher zu gehen schadet aber bestimmt nicht. Außerdem macht es viel mehr Spaß!

Quellen: verlinkt

Haste mal ´n Apfel

Hey Leute!

Die angehenden Rentner unter euch werden sich entsinnen, dass ich, als „Jodablog“ noch in Kinderschuhen steckte, immer Artikel unter der Rubrik „Wie du die Welt retten kannst“ veröffentlicht habe. Zugegebenermaßen waren diese zu großen Teilen aus Büchern wie „Einfach das Klima verändern“ abgekupfert. Aber dass soll keine „Ich habe Frau und Kinder“, guttenbergmäßige Entschuldigung werden. Ich will eigentlich nur sagen, dass ich dieses Thema wieder öfter behandeln werde. Denn informiert sein ist das eine, doch letztendlich bleibt nur die Weisheit von Kästner: „Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es!“ Also heute ein weiterer persönlicher Tipp zum Weltverbessern, diesmal ganz von mir. 

Einfach immer einen Apfel dabei haben!

Klingt unspektakulär, hilft aber, denn Äpfel sind:
1. handlich, für den kleinen Hunger zwischendurch

2. gesund, wie kaum etwas, was ihr auf dem Weg von A nach B findet

3. fast immer regional angebaut, also umweltfreundlich

4. (und das ist nicht zu unterschätzen) die perfekte Gabe für Obdachlose, denn ich kenne keinen, der sich mit Obst schonmal ein Bier gekauft hat

 

Euch fallen bestimmt auch gute Gründe ein. Dafür ist die Kommentarzeile da!
Wenn ihr noch ältere Weltretter-Tips wollt, findet ihr die im verstaubten Archiv links neben diesem Artikel.
Guten Hunger!

Aufbruch

Erst ist da: der Tag auf den wir alle gewartet haben. Der Tag an dem wir die Mentalitäten wie „Leider geil“ und „ja, ich weiß, aber…“. Der Tag an dem wir aufhören auf prophetgleiche Politiker, Konferenzen oder Unternehmen zu warten und selbst zur Tat schreiten. Der heutige Tag scheint wie jeder andere, doch ist er der, an dem wir die Welt verändern. Heute ist der Anfang der Revolution.

 

Revolution: „ein grundlegender und nachhaltiger struktureller Wandel.“ (Wikipedia)

 

Oft werden Revolution mit Gewalt verbunden und durchgesetzt. Doch nicht die unsrige. Wir müssen die Macht nicht an uns reißen, weil wir sie schon besitzen. Jeder einzelne von uns. Mit dem, was wir konsumieren, bestimmen wir was und wie produziert wird. Das und nicht mehr ist es, was wir brauchen, um die Welt zu verändern.

Der neuste Bericht der IPCC (http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/ipcc-bericht-klima-retten-funktioniert-mit-wind-sonne-und-atomkraft-12893642.html) hat erneut gezeigt: Wir können unseren Planeten retten, wenn wir jetzt damit anfangen. Wir alle wissen, dass das nicht damit getan ist alle vier Jahre ein Kreuz zu machen. Unsere Revolution fängt heute an und geht weiter, jeden Tag. Um diese Welt zu einem schönen Ort für alle Menschen zu machen, überall und immer, sind zwei Schritte essentiell:

1. Verteilen. Im Schrank, im Keller, auf dem Dachboden. Überall stehen Sachen sinnlos rum, für uns reine Platzverschwendung. Ist das nicht eine Schande, wenn wir wissen, dass alle diese Dinge anderen Menschen eine Freude bereiten könnten? Und das alles ohne Schadstoffe auszustoßen oder menschenunwürdige Produktionsverhältnisse zu fördern!

Wir haben alle mehr als genug. Lasst uns anfangen zu verteilen indem wir uns zu organisieren. Einfach kurz auf http://www.kleiderkreisel.de und Co. gucken, ob es da nicht etwas schöneres als bei Primark gibt. Oder das neuste Möbelstück erst ebay kleinanzeigen, (fairnopoly.de), etc. und dann bei IKEA suchen.

2. Teilen. Wenn ihr eure Sachen nicht für immer weggeben wollt, ist das ja völlig verständlich. Trotzdem ist es doch pervers, dass in jedem Keller eine Bohrmaschine auf ihren Einsatz ein Mal im Jahr wartet während die Natur um sie herum unter den Folgen ihrer Produktion ächzt. Sich mit Nachbarn zusammen zu tun und Werkzeuge und ähnliches zu teilen ist nichts besonders originelles, aber doch eine große Erleichterung für unseren Planeten.

Wenn wir nun anfangen zu teilen und zu verteilen, werden wir merken, dass wir erstens sehr viele nette Bekanntschaften machen und eine Menge Spaß beim Weltretten haben und zweitens wir viel weniger Geld brauchen. Das gibt uns zwei Möglichkeiten. Einerseits können wir das errungene Geld für biologische und faire Produkte ausgeben. Damit unterstützen wir die Wirtschaft in einzelnen Ländern und das Klima der ganzen Welt. Dieser Effekt potenziert sich, da reiche Menschen eher auf ihre Umwelt achten. Andererseits können wir auch beschließen, da wir nun für den selben Lebensstandard weniger Geld brauchen, dass wir einfach weniger arbeiten. Die so errungene Zeit, um das eigene Glück weiter unabhängig vom Konsum (http://www.utopia.de/galerie/stoppt-den-konsumwahn) zu machen, nach Produkten zu suchen, die Spaß und kein schlechtes Gewissen machen… eigentlich bin ich mir sicher, dass euch viel bessere Möglichkeiten einfallen.

3. Handwerkern. Selbst alles Geteile der Welt kann eines nicht ändern: Nichts hält für immer. Aber das ist überhaupt nicht schlimm. Denn wenn wir ehrlich sind, macht es tausend Mal mehr Spaß selbst zu reparieren, zu recyceln und zu bauen.
Ich glaube es ist relativ leicht zu sehen, dass richtig zu handeln leicht geht und sogar Spaß macht. Man muss nur anfangen. Wir müssen anfangen zu verstehen, dass der Preis für unsere Billigprodukte der selbe ist, wie für andere. Die Kosten werden nur von den Ärmsten und der Umwelt getragen und kommen zurück durch Flüchtlingsströme und Naturkatastrophen. Wir müssen anfangen uns zu erinnern, dass das, was wir heute „öko“ und kreativ nennen für die vorherigen Generationen selbstverständlich war. Und vor allem müssen wir anfangen Wohlstand neu zu definieren. Reich zu sein heißt nicht viel zu haben. Ab heute ist Reichtum, dass man alles mit Recht besitzt, dass alles, was man hat, eine Geschichte erzählt, aber vor allem, dass man Zeit hat, alles was man hat zu genießen.

Fangen wir an, zusammen und heute.

Coole Quellen:
verlinkt
zeit-statt-zeug.de

doityourself.com