Ojemineh, AfD!

Hey Leute!
Ich habe mir überlegt, dass ich auch gern meine argentinischen Freunde meine Ideen lesen lassen. Außerdem treffe ich in letzter Zeit ziemlich viele nette Leute aus aller Welt. Deshalb habe ich überlegt Jodablog ab jetzt auf Englisch zu verfassen. Außer ihr habt Einwende. Ich meine: Der Kunde ist König. Lasst es mich wissen.
Viel Spaß beim Lesen!
Joda

Ojemine bezeichnet nach dem Duden Ausrufe des Erschreckens, der Bestürzung. Der Ausruf trifft also ganz gut unseren Gemütszustand bei den ersten Wahlergebnissen Brandenburgs

Nun die Wahl ist lang vorbei, lang genug um mir mein Fazit zu bilden. Egal, ob man nun die AfD gefährlich oder lächerlich findet, dass sie eine Zustimmung von zum Teil über 10% haben, zeigt, dass die Probleme, die sie mit ihrer berühmten populistischen Rhetorik ansprechen durchaus für die Menschen von Bedeutung sind. Nun würde ich davon abraten die AfD als Protestpartei all zu ernst zu nehmen. Vielmehr sollte die Regierung verstehen, dass es nicht reicht Kriegsflüchtlinge einfach in Lager fernab jeglicher Zivilisation zu weisen und dann zu hoffen, dass die sich schon irgendwie integrieren.
Ein anderes zentrales Thema war der „Alternative“ war die Zuwanderung aus der EU und den Krediten Deutschlands an Euro-Länder. Hier fällt Merkels gespielte Großzügigkeit direkt auf die Füße, da der Mehrheit der Deutschen überhaupt nicht klar ist, dass sie es sind, die an beidem verdienen. 90% der Immigranten aller Volksgruppen, die nach Deutschland kommen, sind bestens qualifiziert und spülen jährlich Milliarden in die Staatskassen. Wir schnappen den anderen europäischen Ländern ihre ökonomische Elite weg. Und fühlen uns trotzdem ausgebeutet. Die Zinsen müssen noch die Kindeskinder der heute verschuldeten Griechen und Spanier begleichen.
Vielleicht versuchen wir, statt uns auf mystisch verklärte Tradition und Heimat zu berufen, einfach mal mit unseren Großeltern zu reden und erkennen, wie gut es uns heute geht und dass wir das alles Ausländern verdanken. Natürlich können wir jetzt weiter die Grenzen um Europa militärisch aufrüsten und auch die Deutschen grenzen wieder dicht machen. Vielleicht genügt aber auch ein kurzes: „Danke.“

Quellen:
Verlinkt

Das Leben ist ein Ü-Ei

Die Sonne ging auf in diesem Moment. Keiner kann mir sagen, dass er sich nicht erinnert. Der Augenblick, in dem man das gelbe vom Überraschungsei aufmachte und ein neues Geheimnis dieser Welt lüftete. Es war das Event in Kindertagen.
Seit einigen Wochen bin ich 18. Meine Freundin wollte mit mir nach Mallorca und ehrlich gesagt wusste ich nicht, was ich davon halten soll. Ich sah nach einigen Tagen an der Ostsee meinen Bedarf an Sandstrand und schlechtem Techno gedeckt. Aber was macht man nicht für die Liebe. Und für das Abenteuer. Doch im Moment, in dem das ewig tiefe Blau vom Flickenteppich aus grün, weiß und rot der Felder, Häuschen und Steine überdeckt wurde, spürte ich, dass ich hier richtig war. So startete für mich eine Woche der Überraschungen und Lektionen. Von Porschefahrern, die uns beim Trampen fast vor die Haustür gefahren haben, von veganen Restaurants zwischen Sangria-Eimern. Ich will euch keinen Satz mehr erzählen, denn gehört ist es nur halb so schön. Ich will euch nur an dieses Gefühl aus Kindertagen erinnern, als alles noch ein Abenteuer war. Wo ist das geblieben?
In euch und das auf ewig. Es bedarf nur eines neuen Blickwinkels und jeder Nachhause weg wird etwas besonderes. Es gibt nämlich kein schöneres Gefühl, als wenn die kleinen ordentlichen Schubladen, an denen man so lang gefeilt hat, endlich zu einem Feuerwerk zerbersten. Probiert es aus! Kostet weniger als ein Ü-Ei.

Aufbruch

Erst ist da: der Tag auf den wir alle gewartet haben. Der Tag an dem wir die Mentalitäten wie „Leider geil“ und „ja, ich weiß, aber…“. Der Tag an dem wir aufhören auf prophetgleiche Politiker, Konferenzen oder Unternehmen zu warten und selbst zur Tat schreiten. Der heutige Tag scheint wie jeder andere, doch ist er der, an dem wir die Welt verändern. Heute ist der Anfang der Revolution.

 

Revolution: „ein grundlegender und nachhaltiger struktureller Wandel.“ (Wikipedia)

 

Oft werden Revolution mit Gewalt verbunden und durchgesetzt. Doch nicht die unsrige. Wir müssen die Macht nicht an uns reißen, weil wir sie schon besitzen. Jeder einzelne von uns. Mit dem, was wir konsumieren, bestimmen wir was und wie produziert wird. Das und nicht mehr ist es, was wir brauchen, um die Welt zu verändern.

Der neuste Bericht der IPCC (http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/ipcc-bericht-klima-retten-funktioniert-mit-wind-sonne-und-atomkraft-12893642.html) hat erneut gezeigt: Wir können unseren Planeten retten, wenn wir jetzt damit anfangen. Wir alle wissen, dass das nicht damit getan ist alle vier Jahre ein Kreuz zu machen. Unsere Revolution fängt heute an und geht weiter, jeden Tag. Um diese Welt zu einem schönen Ort für alle Menschen zu machen, überall und immer, sind zwei Schritte essentiell:

1. Verteilen. Im Schrank, im Keller, auf dem Dachboden. Überall stehen Sachen sinnlos rum, für uns reine Platzverschwendung. Ist das nicht eine Schande, wenn wir wissen, dass alle diese Dinge anderen Menschen eine Freude bereiten könnten? Und das alles ohne Schadstoffe auszustoßen oder menschenunwürdige Produktionsverhältnisse zu fördern!

Wir haben alle mehr als genug. Lasst uns anfangen zu verteilen indem wir uns zu organisieren. Einfach kurz auf http://www.kleiderkreisel.de und Co. gucken, ob es da nicht etwas schöneres als bei Primark gibt. Oder das neuste Möbelstück erst ebay kleinanzeigen, (fairnopoly.de), etc. und dann bei IKEA suchen.

2. Teilen. Wenn ihr eure Sachen nicht für immer weggeben wollt, ist das ja völlig verständlich. Trotzdem ist es doch pervers, dass in jedem Keller eine Bohrmaschine auf ihren Einsatz ein Mal im Jahr wartet während die Natur um sie herum unter den Folgen ihrer Produktion ächzt. Sich mit Nachbarn zusammen zu tun und Werkzeuge und ähnliches zu teilen ist nichts besonders originelles, aber doch eine große Erleichterung für unseren Planeten.

Wenn wir nun anfangen zu teilen und zu verteilen, werden wir merken, dass wir erstens sehr viele nette Bekanntschaften machen und eine Menge Spaß beim Weltretten haben und zweitens wir viel weniger Geld brauchen. Das gibt uns zwei Möglichkeiten. Einerseits können wir das errungene Geld für biologische und faire Produkte ausgeben. Damit unterstützen wir die Wirtschaft in einzelnen Ländern und das Klima der ganzen Welt. Dieser Effekt potenziert sich, da reiche Menschen eher auf ihre Umwelt achten. Andererseits können wir auch beschließen, da wir nun für den selben Lebensstandard weniger Geld brauchen, dass wir einfach weniger arbeiten. Die so errungene Zeit, um das eigene Glück weiter unabhängig vom Konsum (http://www.utopia.de/galerie/stoppt-den-konsumwahn) zu machen, nach Produkten zu suchen, die Spaß und kein schlechtes Gewissen machen… eigentlich bin ich mir sicher, dass euch viel bessere Möglichkeiten einfallen.

3. Handwerkern. Selbst alles Geteile der Welt kann eines nicht ändern: Nichts hält für immer. Aber das ist überhaupt nicht schlimm. Denn wenn wir ehrlich sind, macht es tausend Mal mehr Spaß selbst zu reparieren, zu recyceln und zu bauen.
Ich glaube es ist relativ leicht zu sehen, dass richtig zu handeln leicht geht und sogar Spaß macht. Man muss nur anfangen. Wir müssen anfangen zu verstehen, dass der Preis für unsere Billigprodukte der selbe ist, wie für andere. Die Kosten werden nur von den Ärmsten und der Umwelt getragen und kommen zurück durch Flüchtlingsströme und Naturkatastrophen. Wir müssen anfangen uns zu erinnern, dass das, was wir heute „öko“ und kreativ nennen für die vorherigen Generationen selbstverständlich war. Und vor allem müssen wir anfangen Wohlstand neu zu definieren. Reich zu sein heißt nicht viel zu haben. Ab heute ist Reichtum, dass man alles mit Recht besitzt, dass alles, was man hat, eine Geschichte erzählt, aber vor allem, dass man Zeit hat, alles was man hat zu genießen.

Fangen wir an, zusammen und heute.

Coole Quellen:
verlinkt
zeit-statt-zeug.de

doityourself.com

 

 

 

Ganz schön kompliziert, dieser Frieden!

Ein Graffiti auf einer kreuzberger Toilette hat es wieder mal auf den Punkt gebracht. Unter dem flackernden Neonlicht zwischen Tags in tausend Farben und „Refugees rein, Nazis raus“-Stickers ein stilles Wortgefecht über Weltpolitik:

Free Gaza from Hamas

Israel

Hamas + fight antisemitism

Das gleiche Ausmaß an Kommunikation zeigte sich zwischen der Pro Palästina-Demo und der Gegenveranstaltung, die ich beobachtend mit einem Freund besucht habe. Fahnen und schlecht gereimte Parolen. Syrien, Iran und Palästina wehten auf der einen -, ein Meer von Israel- Wimpeln, mit einer einsamen Antifa-Standarte, versehen auf der anderen Seite. Alle Sprechchöre zielten darauf ab, die jeweils anderen als Faschisten und Terroristen zu diffamieren. Die Menschenketten und Ermahnungen, den friedvollen Sinn der Zusammenkunft nicht zu vergessen, der Freunde Palästinas und ein geschätztes Polizist-Demonstrant-Verhältnis von zwei zu eins sorgen für einen geschmeidigen Ablauf ohne besondere Vorkommnisse. Und doch verstand ich diesem Moment,  was der Ausdruck „Die Luft brennt“ veranschaulichen soll. Der Dialog zwischen den Fronten tendierte gegen null. Das gemeinsame Ziel, ein Stop des sinnlosen Mordens, schien nämlich ferner den je. Ich konnte nicht anders als an das bekannte Stockholm-Syndrom zu denken: zwei Völker werden auf Grund von Organisationen, die unter ihnen wohnen, beschossen und fühlen sich ihnen deshalb verbunden. Das obwohl das Ansehen der Hamas in den letzten Jahren stetig gesunken ist und auch tausende Israelis ihre Söhne, Töchter, Brüder, Schwestern und  FreundeInnen nicht an diesen Krieg verlieren wollen. Auf einmal sind die Fronten wieder klar und es muss gekämpft werden, obwohl alle wissen, dass es im Krieg keine der Seiten gewinnt . Gewinner ist allein eine extremistische Minderheit beiderseits, die Hass schürt und diesen für sich ausnutzt. Verlierer sind mittlerweile mehrere hundert Menschen. Wer wie schuldig ist, spielt keine Rolle. Alle dieser Opfer hatten Familie und Freunde. Vor allem aber kann keiner der Opfer sagen für etwas sinnvolles gestorben zu sein. Denn wie irgend ein weißer Mensch mal sagte: der einzige Weg Terrorismus zu bekämpfen ist nicht mehr an ihm teil zu nehmen!

Real Brasil

Proteste in Brasilien von allen Geschlechtern und Altersgruppen
Proteste in Brasilien von allen Geschlechtern und Altersgruppen

Ein kurzer Blick in den Fernseher zeigt: Samba-Chips, Samba-ElektronikSamba-Autos. Ob in der Werbung oder in Fußballspielen, immer wieder wird ein Bild von „den Brasilianern“ gezeichnet. Obwohl natürlich klar ist, dass dies, wenn man allein die 11 Männer der Nationalmannschaft betrachtet, ungefähr so genau ist, wie die Vorstellung vieler Inder, alle Europäer seien langhaarige Hippies mit komischen Klamotten, weil so der Hauptanteil der Besucher aussah. Also dachte ich mir, wenn man keine Ahnung hat, einfach mal nachfragen. Hier ein kleines Interview mit einem Freund von mir, José, der mit mir zusammen in Argentinien war… ach ja und auch aus Brasilien kommt: Was sollte die Welt über Brasilien wissen?

Ich will, dass man über Brasilien weiß, dass es ein Land ist, wo die schlechte Verteilung des Einkommens vielen schadet, die hier leben. Im Zusammenhang mit der WM wurde viel Geld ausgegeben und noch viel mehr von der Präsidentin eingesackt. Schon vor dessen Anfang wurden täglich auf der Straße von Río de Janeiro und Sao Paulo Proteste ausgetragen, bei denen das Volk gefordert hat, dass Dilma  zurück treten soll. Niemandem hier hat es gefallen, dass Brasilien die WM austragen sollte, weil so das Geld in all das floss, obwohl es für Bildung oder das Gesundheitswesen hätte eingesetzt werden können. Wir konnten in den derzeitigen Konditionen  kein Event von solch finanziellem Ausmaß annehmen. Im Fernsehen wird all das, was ich erzähle natürlich nicht gezeigt. Sie zeigen lieber ein überglückliches Land, dass für Brasilien jubelt. Und mir persönlich gefällt es sehr, dass trotz der ganzen Sachen, von denen ich erzähle, das brasilianische Volk weiter eine starke Liebe für sein Land empfindet. Und obwohl es nur für diese WM sei, macht es mich dennoch glücklich.

Was sind Sachen, die du an Brasilien nicht ausstehen kannst?

Es gefällt mir überhaupt nicht, dass soviel Geld für etwas ausgegeben wird, dass in einem Monat schon vorbei ist, wenn ich mich nicht irre. Sowohl das Gesundheitswesen als auch die Bildung dieses Landes sind sehr schlecht und genau dieses Geld wäre für diese grundlegenden Bedürfnisse besser aufgehoben, die ja jeden Land braucht. Hier gibt es sie zwar, sehr gut funktionieren tun sie leider nicht.

Was ist das typische brasilianische Gericht?

Das hängt von jeder Familie ab, glaube ich. Aber die große Mehrheit der Brasilianer trinkt Bier, glaube ich. Das typische Essen gibt es nicht, aber ein kleines Bier als Aperitif gibt es überall.

Eins muss ich noch wissen: Wer gewinnt die WM?

Na Brasilien natürlich, aber das ist ja nichts neues.

Anmerkung: Ich habe weder nach einer politischen Einschätzung, noch nach sonst etwas ähnlichem. Ich wollte nur eine persönliche Meinung eines brasilianischen Teenagers zu seinem Land und habe diesen Text bekommen, den ich nur übersetzt habe. Die sofortige Beschreibung dieses Konflikts zeigt glaub ich gut, dass die Brasilianer besseres zu tun haben, als Salsa zu tanzen, weil „wir“ ihnen die WM geschenkt haben.

Photo credit: _ Alan de Souza _ / Foter / Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 2.0 Generic (CC BY-NC-SA 2.0)

If you wanna keep it, you gotta let go!

Parov Stelar, Ohrbooten, K.I.Z, Seeed. Alles Bands, die ich machmal einen ganzen Tag lang rauf und runter höre. Alles Bands, von denen ich kein einziges Album besitze. Und trotzdem: allein weil sie im Internet verfügbar sind, verschönern sie meinen Tag immer wieder aufs neue und sind in meinen Erinnerungen untrennbar mit wunderschönen Momenten verknüpft. Und genau deswegen war es keine Frage, dass ich diese Künstler auch live sehen muss. Überraschenderweise waren es auch unglaublich schöne Abende. Zugleich aber auch ein Gewinn für die Musiker.
Ich wünschte, ich könnte dies auch über Bands wie Blumentopf sagen. Eine coole Gruppe, die früher oft gehört habe. Aber als dann Youtube ihre Videos aus Angst vor der GEMA sperrte, verschwanden sie schnell aus meinem Gedächtnis. Ob sie irgendwann mal in Berlin gespielt haben? Ich weiß es nicht. Es wäre bestimmt ein weiterer schöner Abend dabei raus gekommen, wie auch ein Profit für Künstler und Label. Ich habe, wie viele andere sicher auch, einfach angefangen andere Musik zu hören.

Was ich sagen will ist, dass die Labels nicht versuchen sollten, ihre Macht gegenüber den Hörern auszuspielen, weil sie sich damit ins eigene Fleisch schneiden. Denn im Medium Internet, wo das Angebot an nicht-matriellem praktisch unendlich ist, zieht die Verknappungstaktik nicht. Ähnlich wie die OPEC-Staaten, die durch Ölverknappung sich höhere Gewinne versprachen, aber nur mehr Unabhängigkeit von ihren Exporten schufen, können die Labels nicht mehr allein auf ihre Größe bauen. Milky Chance ist ein erstklassiges Beispiel für Stars, die sich mit den heutigen Möglichkeiten selbst in den Himmel katapultieren ohne auf irgendjemanden angewiesen zu sein. Und je sturer die Konzerne sich gegen den freien Zugang zur Musik stellen, desto unbedeutender werden sie am Ende sein. Vielleicht verstehen sie das ja noch bevor Blumentopf in den Ruhestand geht. Das fänd´ich super!

Doitschland und so

Letztens habe ich eine interessante Theorie gehört:

das relativ konstante Klima im Mittelmeerraum ermöglicht logischerweise eine dem entsprechend kontinuierliche Ernte. Hier unterscheidet sich das Wetter deutlich vom deutschen, bei dem man historisch gesehen im Herbst immense Vorräte ansammeln musste, um den Winter überleben zu können. Folglich sei die südeuropäische Mentalität darauf ausgelegt, nur so viel wie nötig zu produzieren, wohin gegen der Deutsche eine der Geschichte zuzuschreibende unbeugsame Arbeitsmoral aufweist.

Macht Sinn: das Wetter da ist immer gut, die Wirtschaft bei uns ist gut. Kleiner Fehler nur: jetzt ist die Wirtschaft bei uns tragfähig. Weltwunder wurden in Afrika und Asien schon gebaut, als „wir Deutschen“ noch Probleme damit hatten Feuer zu machen. Genauso steht „unsere“ Demokratie unter dem Copyright der ach so faulen Griechen. Und obwohl die Arbeitsmoral der Deutschen auf Mallorca gegenteiliges vermuten lässt, waren auch Spanien und Portugal mal die dominierenden Weltmächte (auch lange bevor sie andere Völker unterwarfen). Das Wetter war meines Wissens nach damals trotz Klimaerwärmung nicht wesentlich anders.

Auch höre ich oft, dass wir ja das Volk der Dichter und Denker sein. Ein wirklich sehr schöner Begriff, eine Alliteration. Außerdem fühlt sich jeder dadurch gleich ein wenig poetischer. Apropos Poesie ist übrigens auch griechisch. Und dass die meisten Dichter, die wir kennen, Deutsch sprechen, liegt wahrscheinlich hauptsächlich daran, dass wir in der Schule mehr Lyrik in Deutsch als in Spanisch, Englisch etc. durchgenommen haben.

Und wenn irgendjemand erklären will, dass die Gespräche, die dieser jemand selbst mit „Südländern“ geführt hat, nicht auf dem intellektuellen Level eines Dichter und Denkers war, dann kann es vielleicht auch sein, dass entweder die Sprachkenntnisse eines Gesprächspartners nicht ausreichten oder dass der Südeuropäer selbst davon ausgeht mit debilen Deutschen keine anständige Konversation führen zu können.
Wir sehen also: Theorien über Kulturen sind manchmal interessant, aber wenn man eine ganze Kultur beschreiben will, sollte man also auf die Menschen schauen, nicht auf den Himmel.

Ich sehe den wachsenden Nationalstolz Deutschlands sehr kritisch. Ich finde, wir können auf viele schönere Errungenschaften der Menschheit stolz sein.

Aber wenn ihr mich überzeugen wollt, dafür gibt es die Kommentare! =)