Love is the answer!

Kein Angst, das wird nicht einer dieser Hippie-Artikel von wegen „Ihr müsst Euch nur alle lieb haben, dann wird alles gut.“ Oder vielleicht doch. Entscheidet selbst:

Wenn ich mit dem Hund meiner Freundin spazieren gehe, sammle ich Müll. Das hat mir nicht nur ein paar halb misstrauisch, halb anerkennende Blicke beschert, sondern auch zwei Einsichten:
1. Müllsammeln ist unglaublich befriedigend. Mit einer kleinen Plastiktüte bewaffnet, sind in wenigen Minuten ganze Landstriche wieder sauber. Statt sich jedes einzelne Mal über Dreck im idyllischen Wald und die dämliche Menschheit zu ärgern, freue ich mich über die ständig weniger werdenden Zigarretenpackungen und Flaschen.
2. Es sind immer Zigarretenpackungen und Flaschen, die ich finde. Ab und zu noch ein paar Relikte eines Schokoriegels. Aber nichts, was von einem besonders gesunden Lebensstil zeugt.
Das hat mich zum nachdenken gebracht. Natürlich könnte es sein, das diese Produkte einfach besonders viel unnötigen Müll produzieren oder ähnliches. Aber das glaube ich nicht.
Es ist ein ganz spezieller Typus Mensch, der sich hier zu verewigen sucht. Datenfirmen, deren einziges Ziel es ist Lebensstile zuzuschreiben, würde diese Gruppe mit dem gleichsetzen, was sie in der Welt hinterlässt: waste. Sie haben keinen Respekt vor ihrem Körper und genauso wenig Schönheit der Natur. In jedem Moment ihrer Existenz umgibt sie eine nur für sie sichtbare Wolke aus dem Gefühl ungeliebt, austauschbar und vergänglich zu sein.

Jeder will seine Marke in dieser Welt hinterlassen, sie entscheiden sich für die im Wind tanzende Plastiktüte, die zwischen goldenen Herbstblättern glitzernden Glasscherben.

Sie wissen nicht, was sie ausmacht. Ihre einzige Möglichkeit sich irgendeine Art von Identität zuzuschreiben, ist die Flucht in die Nation. Nach dem Motto: „Ich weiß nicht, wer ich bin, aber halt kein Muslim.“ Das ist keine Theorie von mir, ich begegne diesen Menschen jeden Tag.

Und dann begegne ich noch diesen anderen Menschen. Menschen, die Ziele haben, die diesen Zielen jeden Tag näher kommen und die sich selbst nicht all zu ernst nehmen. Keiner von ihnen hat Angst zu helfen, Angst Neues zu probieren, Angst zu scheitern. Sie wissen, was sie können, denn sie haben es ausprobiert und sind ziemlich oft derbe auf der Fresse gelandet. Und danach aufgestanden. Weitergelaufen. Denn sie haben ein Ziel, eine Vision und vor allem, Respekt vor anderen und sich selbst.
Wenn ich etwas erreicht habe, brauche ich nicht viel. Wenn ich mich sinnlos fühle, stopfe ich mich mit Schokolade voll.
Ich glaube, wir brauchen ein Fach Identitätskunde. Nein, wir brauchen nur Identitätskunde. Denn Wissen ist im 21. Jahrhundert nichts mehr, was man lernen muss. Wir brauchen Werkzeuge, um dieses Wissen zu bearbeiten. Aber am wichtigsten ist und bleibt ein Ziel, wofür es sich lohnt und dazu die Sicherheit, dass jede*r auch ohne Leistung einen Wert hat.

Also kurz gesagt: „Ihr müsst Euch nur alle lieb und ein Zielhaben, dann wird alles gut.“

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Safety first!

An sich ist Wirtschaft ja eine super Sache, vom Grundgedanken zumindest: jede*r, die/der etwas Gutes tut, sollte sich auch etwas Gutes tun können. Das versucht man mit Zahlen auszudrücken. Nun habe ich leider das Gefühl, das ihr vielleicht teilt, dass die reichsten Menschen dieser Erde nicht unbedingt die sind, die am meisten Gutes tun. Oft ist es das genaue Gegenteil.

Aber genug gemeckert. Wie ist jetzt der genaue Weg zurück? Nichts einfacher als das! … Natürlich hat keiner von uns das perfekte Rezept,  aber hier mal eine kleine Anregung. Die Idee entstand durch mein Lieblingsdenkmuster: alte Mechanismen in neue Zusammenhänge bringen.

Hier ist also, wie wir die Welt retten: mit Versicherungen.
Ich finde nämlich, dass es kein lukratives Geschäftsmodell sein sollte, einfach Risiken auf andere zu übertragen. Ob Spekualanten oder AKW-Betreiber; die Logik „Gewinne privatisieren, Verluste verstaatlichen“ ist heute das Mantra der Mächtigen. Sie sind sich wohl bewusst, welche Gefahren ihre Geschäfte für die Allgemeinheit bedeuten. Ich zitere den Goldman Sachs Trader Fabrice Tourre: „Immer mehr Hebel im System, das System wird jeden Moment in sich zusammenfallen.“ Der Hebel drückt in der Finanzwelt den Einsatz aus, fremdes Geld, mit dem man Wetten abschließt. Schon mehrere Monate vor der letzten Finamzkrise waren sich die Chefs der großen Ratingargenturen bewusst, dass ein Kollaps bevorstand. Statt zu handeln, verließen sie sich darauf, dass der Steuerzahler sie retten würde. Und behielten Recht.
Ich finde meine Idee besser: Wir übertragen die Kosten für Risikobereitschaft auf die, von der die Gefahr ausgeht. Das würde konkret heißen, dass Spektulationen mit viel fremdem Geld (hoher Hebel) eine Einzahlung in eine Versicherung erfordern. Das Selbe gilt für Atomenergie: Ob Fukushima, Tschernobyl oder Harrisburg; die Kosten in Milliardenhöhe blieben immer am Staat hängen. Wieso? Weil keine Versicherung dieser Welt ein Geschäft mit AKWs eingehen würde, weil sie genau wissen, dass die Risiken unkalkulierbar sind. Wenn wir also eine Zwangsversicherung einführen, macht jedes AKW täglich ein imenses Minus, während Solaranlagen und Windenergie suler dastehen. Die Wirtschaft würde wieder in Zahlen ausdrücken, was uns wirklich gut tut.
Was haltet Ihr von Jodablog Insurances®?

 

Wohnungsmangel? Bullshit!

Mal alles von oben sehenWas würdest du machen, wenn du eine komplette Wohnung einfach verschenken könntest? Würdest du beeindruckenden Menschen die Miete abnehmen, damit sie sich voll und ganz ihren Projekten widmen können? Oder einer syrischen Familie den Weg in die Obdachlosigkeit ersparen? (Kein automatischer Friedensnobelpreis) Oder würdest du einfach einen Raum für Experimente freihalten, damit sich darin Gemeinschaften, Freundschaften und weitere Wunder entwickeln können?Magischer Dachboden

Was auch immer deine Antwort sein mag, mach es einfach!
Denn der Raum existiert, zumindest wenn du in einer ach so überfüllten Großstadt wohnst, direkt vor deiner Nase. Also eigentlich eher über deiner Nase, dein Dachboden nämlich. 100 Quadratmeter meist völlig ungenutzter Raum in jedem Haus Berlins. Bei einem Quadratmeterpreis von bis zu 20 Euro. Natürlich: Er müsste winterfest gemacht werden und mit den Schrägen zu leben ist auch erstmal eine Herausforderung. Aber in Zeiten, in denen die Mieten alle, die die Städte lebenswert machen, vertreiben, in denen Menschen in der verwundbarsten aller Situationen zur Konkurrenz werden, ist das vielleicht die Antwort, die wir brauchen.
Und das Beste: Alles ist schon da! Das Einzige was es jetzt noch braucht, ist ein Anfang.

Ich würde gern eine Crowdfunding-Aktion starten, mit der wir an einem Beispiel-Dachboden beweisen, dass es möglich, nötig und unglaublich bereichernd ist. Dazu brauche ich eine Crowd, mit anderen Worten, Dich! Bist du dabei?

Photo credit „Von oben sehen“: <a href=“https://www.flickr.com/photos/ahenobarbus/4755592592/“>ahenobarbus</a&gt; / <a href=“http://foter.com/“>Foter</a&gt; / <a href=“http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/“>CC BY</a>

Photo credit: „Magischer Dachboden“<a href=“https://www.flickr.com/photos/guigui-lille/14697191774/“>Guillaume DELEBARRE (Guigui-Lille)</a> / <a href=“http://foter.com/“>Foter</a&gt; / <a href=“http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/“>CC BY-NC-ND</a>

Loslaufen

Ich war in letzter Zeit sehr traurig. Traurig über den Hass, der sich nach der „Flüchtlingswelle“ wie Pilze in völlig unerwarteten Orten breit machte. Über schlaue Menschen, für die die Welt auf ein Mal ganz einfach war. Über diesen Gesichtsausdruck, den der Mensch annimmt, wenn ein Relikt der Vergangenheit aus ihm/ihr spricht. Ich bin immer davon ausgegangen, dass wir schon weiter sind; dass vieles selbstverständlich ist. Die Würde des Menschen. Die Gleichheit der Menschen in ihren Rechten.
Aber dann erinnere ich mich, wie ich mit meiner Mutter und Freunden von ihr als kleines Kind am Tisch saß und sie erzählten, dass das Wort „Neger“ jetzt offiziell politisch inkorrekt sei. Wie ich das erste Mal einen Euro in die Hand nahm. Meine Mutter erzählt oft, wie aufgeregt sie war, als sie das erste Mal Sushi aß. Mein Großvater hat sich sicher ähnliche Geschichten aus Zeiten der Monarchie angehört. 1979 war „Sodomie“ in Teilen der  U.S.A. noch eine Straftat. 1970 wollte Richard Jaeger Frauen in Hosen aus der Bundestagssitzung verweisen. 1955, vor grademal 60 Jahren, blieb Rosa Parks einfach sitzen und die Menschen sind ausgeflippt.

Natürlich macht das alles es nicht weniger schlimm, dass in diesem Jahr fast jeden Tag ein Flüchtlingsheim brannte. Aber zumindest bezeichnen sich die Brandleger von heute als stolze Europäer. Es sind fast schon absurde Fortschritte, aber man muss sie zur Kenntnis nehmen.

Loslaufen

Es gibt einen Unterschied zwischen einer Entschuldigung und einer Erklärung. Und auch der Nachhall der Sklaverei wird irgendwann verklingen. Wie Rio Reiser sagt: „Der lange Weg, der vor uns liegt, führt Schritt für Schritt in Paradies.“
Er ist schon sehr lang, der Weg, aber was bleibt uns anderes übrig, als loszulaufen?

Der nächste Schritt? Die TTIP-Demo am 10.10.

Photo credit: <a href=“https://www.flickr.com/photos/rlanvin/16103282686/“>rlanvin</a&gt; / <a href=“http://foter.com/“>Foter</a&gt; / <a href=“http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/“>CC BY-NC-SA</a>