Drei Güter Theorie

Wir leben in einem System, das auf Grund seiner Beschaffenheit alle 30 Jahre eine Krise erlebt. Eine Krise, die dadurch entsteht, dass alle zufrieden sind. Denn wenn es keine Probleme mehr zu lösen gibt, kollabiert der Kapitalismus. Als Beispiel dafür kann man im Grund jede Krise im letzten Jahrhundert anführen. Als Beispiel nenne ich jetzt die Krise der 30er Jahre, die dadurch entstand, dass Märkte für Autos, Kühlschränke und ähnliches gesättigt waren.

Wir leben also in einem System mit offensichtlichen Mängeln. Diese werden mit dem Fortschreiten der Technik immer deutlicher.

Ich habe die spontane These, dass der Kapitalismus deshalb so unfähig ist, weil er nicht zwischen den verschiedenen Produkte unterscheidet. Er produziert und vermarktet alle Güter nach dem gleichen Muster. Dabei gibt es fundamentale Unterschiede. Güter lassen sich in 3 Klassen einteilen:
1. Konsumgüter
Sie werden gekauft und verbraucht. Nach einmaliger Benutzung sind sie für niemanden mehr zu gebrauchen. Beispiele sind Essen, Energie und Wasser.

2. Alltagsprodukte
Sie halten solang bis ein Einzelteil verschleißt. Beispiele sind Autos, Kühlschränke und Möbel.

3. Idelle Güter
Sie werden produziert und sind dank der heutigen Technik unendlich oft vervielfälitgbar, ohne dass sie weniger werden. Beispiele sind Ideen und jede Art von Kunst.

Mit diesen drei Arten von Gütern gleich umzugehen heißt, Verschleiß der zweiten und künstliche Zurückhaltung der dritten Kategorie in Kauf zu nehmen. Mit drastischen Folgen für Natur und Weltgeist. Wollen wir wirklich einen Musikplayer, der keinen Tag länger hält, als seine Garantie? Wollen wir, dass Wissen eine beschränkter Markt bleibt und das Teilen von ideellen Gütern mit Geldstrafen belegt wird?

Meiner Ansicht nach ist der derzeitige Konflikt zwischen Downloadern und Entertainment-Mafia nicht ein Konflikt zwischen Urheberrecht und Unrecht, sondern der Unwillen ideelle Güter, wie Musik, Programme und Bücher in die erste Kategorie zu packen.

Sollten wir nicht anfangen sie verschieden zu bewirtschaften und zu kultivieren? Eine spontane Idee meinerseits wäre eine eigene Währung für jeden dieser Teilbereiche, um eine Überproduktion von 1.+2. Klasse Gütern zu verhindern und Zeit für Produktion von Gedanken anzuregen. Nur eine Idee, aber wenigstens besser als jetzt.

Das befreite Haus

Die Gentrifizierung ist in aller Munde. Mieten werden erhöht und Menschen vertrieben. Ich sehe eine Unmenge an wunderschönen, unbewohnten Gebäuden in den Innenstädten von Hamburg, Berlin und Leipzig. Bei jedem einzelnen blutet es mir das Herz. Leere Wohnungen und konstant steigende Mieten. Für dieses Problem überzeugen mich weder die Lösungen vom Markt noch von der Politik.

Wie wär es also, wenn wir anfangen, Wohnen völlig neu zu denken? Wie würde das perfekte Haus aussehen?
Stellt Euch vor: Wir bezahlen keine Miete als Selbstzweck, sondern alle Bewohner sammeln Geld für ein konkretes Anliegen. Ob es ein Gemeinschaftsgarten, ein Solardach oder Hoffeste sind, ein Großeinkauf bei einem Bio-Bauern in der Region, ein gemeinsamer Öko-Strom und schnelleres Internet für alle ist. Die Nicht-Mieter entscheiden in regelmäßigen Treffen selber, was sie brauchen. Ein freies Haus, das vom demokratischen Kapital seiner Bewohner so geformt wird, wie wir es uns erträumen.

Ein Traum, eine Utopie oder der Stoff für die neue Sat 1-Show?
Ganz im Gegenteil! Hier ist der Aktionplan: Wir crowdfunden ein noch nicht saniertes Haus in der Innenstadt, das wir dann alle gemeinsam in Schuss bringen. Miete zahlen, an jemanden, der schon genug hat, ist dann nicht mehr nötig. Stattdessen entsteht mitten in der Stadt eine Oase der Freiheit. Ein Ort an dem man auch ohne großes Gehalt leben kann, an dem man in einer wirklichen Hausgemeinschaft leben kann, in der die eigenen Wünschen gehört und umgesetzt werden.

Oft haben wir Angst zu träumen. Wir tuen tagtäglich viel Dinge, ohne sie wirklich zu hinterfragen. Doch die Art und Weise, wie wir zusammenleben, geht uns alle etwas an. Nicht ohne Grund heißt es : „There is no place like home.“ Wie dieses Zuhause aussieht, ist zumindest meiner Meinung nach durchaus eine Träumerei wert. Träumen wir zusammen? Denn dann werden sie Realität!

Van Bo Le-Mentzel sagt „Super, bin dabei.“ Was sagt Ihr?

Speak up!

In his famous distopia „1984“ the anarchist Georg Orwell paints a  picture of a society under absolute control of the communist dictatorship. To make any protest or even any thought of resistance impossible, the party creates a language that does not know any contradictions or contrasts, like yes and no, dark and light. The book is one of the commonly used examples of language forming the borders of our imagination.

Luckily, we do not live under a communist dictatorship, but in a liberal democracy. But none the less, the way we speak includes no only words and meanings, but also certain patterns of thought. I will give you an example:

A father and his son go out for a weekend trip. They drive through the mighty wood with their car as suddenly a deer jumps onto the road. The father tries to drive around it, but the have a terrible crash. The father dies. The son has sever injuries and is taken to hospital. The is brought into the operating room. The doctor comes in, is shocked and says: „I can´t do this surgery. This is my son!“

Take a second to think about this…


Maybe you´ve got it on your own. I did not. The answer to this short story is: The doctor is the mother. Only because of our language is it, that we have big difficulties imagining this so obvious solution.

Many people I know, that normally are very open to support the empowerment of all underprivileged have a problem with the idea of writing and reading texts that include male and female. When I hear this, I ask myself two questions:

1. Do you start you speeches with „Gentlemen and Gentlemen“?

2. Did you read 1984?

We have the extreme privilege of living in a democracy. This means not only deciding over the borders of what is possible in law, but also in language and therefor in our imagination. I think these borders should include all humans, not depending on race, sex or origin. If that is the world we want to live in, it is the world we must form. And we do this, first of all, by speaking and speaking up!