Alle in der Pubertät

Seht auf´s Meer hinaus. Seht das majestätische Blau, wie es sich bis zum Horizont erstreckt. “Tief und unendlich, wie der Ozean” sagt man. All das gefüllt mit Leben. Die Wogen an stürmischen Tagen scheinen unbezwingbar und haben ach so viele Menschen das Leben gekostet.

Und dann lernten wir uns die Natur Untertan zu machen. Der menschliche Verstand und die aus ihm resultierende Technologie ermöglichte es uns die Fangerträge zu vermehren und die Bevölkerung zu versorgen, die Wellen umzuwandeln in elektrischen Strom, ja sogar mithilfe von “schwerem Wasser” Atome zu spalten. Die Menschheit strotzte vor Energie in jedem Sinne. Alles schien möglich, alles würde besser werden. Wir waren wie ungestüme Teenager, die ihre jugendliche Kraft bis zum Limit austesten mussten.

Und jetzt? Wer hätte beim Betrachten dieser unendlichen Wassermassen jemals erahnen können, das wir eines Tages in der Lage sein würden leer fischen? Das Meer ist nur ein Beispiel für tausende, an denen das Tier “Mensch” gelernt hat, dass nicht alles, was möglich ist, gut ist. Wir haben gemerkt, dass wir nun stärker sind als unsere Mutter Natur; doch auch, dass dies nie unser Ziel war. Genauso spüren wir jetzt am eigenen Leib, dass wir mehr von ihr abhängig sind, als gedacht; sogar mehr, als sie von uns. Aber gut! Wir waren jung, haben mit die neuen Sachen ausprobiert, Fehler gemacht. Das ist wichtig und richtig. Das gehört zu jedem Lernprozess dazu, sonst wird die Neugier irgendwann zur Reue. Das Wichtigste ist nur, dass wir unsere Lektion gelernt haben. Wir wissen heute: Nicht alles, was möglich ist, ist nötig. Aber alles was nötig ist, ist möglich. Oder?

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2 Gedanken zu “Alle in der Pubertät

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