Doitschland und so

Letztens habe ich eine interessante Theorie gehört:

das relativ konstante Klima im Mittelmeerraum ermöglicht logischerweise eine dem entsprechend kontinuierliche Ernte. Hier unterscheidet sich das Wetter deutlich vom deutschen, bei dem man historisch gesehen im Herbst immense Vorräte ansammeln musste, um den Winter überleben zu können. Folglich sei die südeuropäische Mentalität darauf ausgelegt, nur so viel wie nötig zu produzieren, wohin gegen der Deutsche eine der Geschichte zuzuschreibende unbeugsame Arbeitsmoral aufweist.

Macht Sinn: das Wetter da ist immer gut, die Wirtschaft bei uns ist gut. Kleiner Fehler nur: jetzt ist die Wirtschaft bei uns tragfähig. Weltwunder wurden in Afrika und Asien schon gebaut, als „wir Deutschen“ noch Probleme damit hatten Feuer zu machen. Genauso steht „unsere“ Demokratie unter dem Copyright der ach so faulen Griechen. Und obwohl die Arbeitsmoral der Deutschen auf Mallorca gegenteiliges vermuten lässt, waren auch Spanien und Portugal mal die dominierenden Weltmächte (auch lange bevor sie andere Völker unterwarfen). Das Wetter war meines Wissens nach damals trotz Klimaerwärmung nicht wesentlich anders.

Auch höre ich oft, dass wir ja das Volk der Dichter und Denker sein. Ein wirklich sehr schöner Begriff, eine Alliteration. Außerdem fühlt sich jeder dadurch gleich ein wenig poetischer. Apropos Poesie ist übrigens auch griechisch. Und dass die meisten Dichter, die wir kennen, Deutsch sprechen, liegt wahrscheinlich hauptsächlich daran, dass wir in der Schule mehr Lyrik in Deutsch als in Spanisch, Englisch etc. durchgenommen haben.

Und wenn irgendjemand erklären will, dass die Gespräche, die dieser jemand selbst mit „Südländern“ geführt hat, nicht auf dem intellektuellen Level eines Dichter und Denkers war, dann kann es vielleicht auch sein, dass entweder die Sprachkenntnisse eines Gesprächspartners nicht ausreichten oder dass der Südeuropäer selbst davon ausgeht mit debilen Deutschen keine anständige Konversation führen zu können.
Wir sehen also: Theorien über Kulturen sind manchmal interessant, aber wenn man eine ganze Kultur beschreiben will, sollte man also auf die Menschen schauen, nicht auf den Himmel.

Ich sehe den wachsenden Nationalstolz Deutschlands sehr kritisch. Ich finde, wir können auf viele schönere Errungenschaften der Menschheit stolz sein.

Aber wenn ihr mich überzeugen wollt, dafür gibt es die Kommentare! =)

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