bitte beachten!

Im Rahmen der anstehenden Europa- und Kommunalwahlen, aber auch des alltäglichen Medieninputs werden uns immer öfter Tatsachen untergejubelt, die diese Bezeichnung gar nicht verdienen. Ich wollte mal kurz manifestieren, bei welchen Einleitungen man gleich mal aufpassen sollte: *

1. „Experten bestätigen/ haben festgestellt/ etc. “
Experte ist jeder von uns. Nächstes.

2. „…aus Sicherheitsgründen…“
Auch die Mauer war laut Regime „Antifaschistischer Schutzwall“. Um Bürgerrechte einzuschränken muss man sich schon etwas besseres einfallen lassen.

3. „Dieses Gesetz kann leider nicht verabschiedet werden, da es Arbeitsplätze gefährdet.“
Mal abgesehen davon, dass dies z.B. beim Mindestlohn einfach nur Schwachsinn ist, ist es völlig paradox das Beschränken des Marktes wegen der wegfallenden Arbeitsplätze zu verhindern, da dieser selbst durch Wegrationalisierung, Outsourcing etc. deren Wegfall begünstigt. Zudem würden durch den Export von deutschen Qualtitätswaffen an Terrorregime und Terrorgruppen auch exzellente Arbeitsmöglichkeiten entstehen.

4. Ein Klassiker: „Wenn du nichts zu verbergen hast…“
… brauchst du auch keine Gardinen in deinem Schlafzimmer.

*auch wenn viele euch bekannt sein werden und viele bestimmt fehlen, die ihr gern in den Kommentaren ergänzen könnt

Quellen: verlinkt

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Einfach mal eine wahre Geschichte

Vogelzwitschern. Hunde, die auf der Straße vergeblich nach etwas essbarem suchen. Die Uhr zeigt 16:13 und langsam, bedächtig, fast schüchtern wacht die ganze Stadt aus der täglichen Siesta auf. Träger Dampf steigt aus dem mit Leder bezogenen Kürbis auf, aus dem wir das argentinische Nationalgetränk schlürfen: Mate. Nein, das ist nicht die Indi-Brause. Und es ist auch nicht nur ein mit heißem Wasser aufgekochtes Urwaldkraut. Der Mate ist der kleinste gemeinsame Teiler aller Argentinier. Er kann der Anfang einer Freundschaft sein, eine Versöhnung, ein Abschied. Geteilt wird dabei nicht nur das Getränk an sich, sondern Gedanken und Geschichten. Und so nimmt auch Denis einen langen Zug, in dem er sich kurz in der Nostalgie verliert, bevor von seinem ersten Freund erzählt.

„Wie lang wir uns kennen… Weiß ich garnicht mehr. Irgendwie seit immer.“ sagt er lachend und nimmt einen weiteren Schluck. „Wir waren die einzigen armen Kinder in einer relativ bonzigen Gegend.“ Mit strahlenden Augen erzählt er, wie sie ihre Häuser die einzigen Selbsterbauten in einer Reihenhaussiedlung waren. Ein unbeschreiblicher Ausdruck von Glück erfüllt sein Gesicht, als er von den unzähligen Nachmittagen erzählt, die sie beide vor der Sega vergeudeten. „Fifa“ bringt wohl Kinder auf der ganzen Welt zusammen.

„Samstag war immer Fußballtag. Unsere Alten haben uns immer angemotzt, dass unsere Schuhe doch so dreckig werden. Trotzdem haben wir jedes Wochenende das Selbe gemacht.“ Rebellisch, erzählt er, wären sie immer ein wenig zu lang draußen geblieben, weil Verstecken mit den Nachbarskindern natürlich nach dem Anbruch der Dunkelheit am spannendsten ist. Er schwärmt von den schlaflosen Filmnächten mit den unzähligen Bekannten von denen er jedoch nur wenige Freunde nennt. „So ist das halt. Besonders in so einem kleinen Dorf in dem wir lebten. Jeder kennt jeden, aber wirkliche Freunde…“

Nun wohnt sein Kindheitsgefährte in einer anderen Stadt und auch er ist in ein anderes Viertel gezogen. Doch auch wenn das Leben die Wege spaltet, kann keiner ihm diese vergoldeten Erinnerungen nehmen. Keinem von uns. Weltweit.

Warum Macklemore nicht Club-Mate ist:

Hallo Leute!

Heute mal eine ganz neue Lektion: Undercut ist nicht gleich Undercut!
Viel Spaß!
Mate-Tee hat kein Sprudel. Mate-Tee gibt es nicht in einer Glasflasche mit Mexikaner drauf zu kaufen. Der Mate ist DAS argentinische Nationalgetränk. Doch wie jeder Argentinier dir sagen wird, ist es nicht bloß ein Getränk. Er wird mit allen geteilt, aus einem gemeinsamen Strohhalm getrunken. Er ist das Bindeglied zwischen arm und reich, zwischen jung und alt. In vielen Ländern Lateinamerikas ist er der perfekte Anfang von Freundschaften. Und es gibt keinen besseren Weg sich zu verabschieden. Er ist für jeden. „La yerba no se le niega a nadie.“ („Mate-Tee verwehrt man keinem.“) ist ein universell bekannter Satz in diesem, von uns weit entfernten, Land. Er ist das genaue Gegenteil von Fernsehen: Er bringt dich zum Reden, wenn du mit jemandem zusammen bist und zum Denken, wenn du allein bist. Und was ist Club-Mate? Kommerz.

Was ist denn Hip-Hop? Jaja, schon klar: Tot, und das scheinbar schon immer. Schuld daran ist natürlich auch der Kommerz. Tracks entstehen nicht mehr beim Beatboxen an der nächsten Straßenecke sondern in Universal-Studios. Kaum einer der „Mainstream“-Rapper kann noch richtig „freestylen“. Wie beim Mate wurde auch dieses Kulturphänomen auf einen Bruchteil reduziert, der größte und vielleicht wichtigste Teil einfach fallen gelassen, verkauft. Beim Club-Mate hat sich das Teilen entledigt. Und der „Mainstream-Rap“, für viele durch Macklemore verkörpert… ? Nun ja. Er rappt darüber, dass er einen kleinen Penis hat, rappt gegen hirnlosen Konsum und gegen Homophobie. Und wenn das Werte sind, ohne die die Hip-Hop-Kultur nicht überleben kann, hoffe ich, dass sie in Frieden ruht. Und wenn Macklemore diese neuen Themen in Mainstream implementieren kann, dann war es auch kein sinnloser Tod. Und auch wenn er mit seiner Frisur genauso bescheuert aussieht wie diese ganzen Club-Mate-Kinder, habe ich doch trotz allem deutlich mehr Respekt vor ihm.

P.S.: Ich habe früher Club-Mate kistenweise getrunken.

Quellen:
verlinkt