Lust auf Monopoly?

Hey Leute!
Zur Sache:
Ich werde heute weder nostaligischen Schnurrbart-Trägern eine Bühne für ihre mäßig kreative Propaganda geben, noch wie alle anderen urteilen, dass die Lage in der Ukraine noch zu unklar ist, um ein Urteil zu fällen. Denn ein Newsflash ging diese Woche durch aller Munde, doch ohne irgendeine merkliche Reaktion zu zeigen:
Samstag Abend, wir sitzen alle mit einem „sozialen“ Bier in der Hand im Kreis, als jemand meint: „Ey, Facebook hat ja Whatsapp aufgekauft, ne? Und jetzt ist´s kaputt.“ Ein Lacher geht durch die Runde. Nächstes Thema. Es war einer dieser „fun facts“, die man hört, lustig findet und wieder vergisst. 19 Milliarden US-Dollar sind eine Menge Geld, doch dass Mark Zuckerberg reich ist überrascht ja keinen.
Doch eigentlich sollten wir uns alle fragen:
Will Mark Zuckerberg diese auch für ihn gewaltigen Kosten überhaupt wieder einspielen? Wenn ja, wie? Durch die 0.89€ pro Nutzer jedes Jahr? Oder doch eher durch die „Kapitalisierung über die personenbezogenen Daten der Nutzer“ wie Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar schätzt?
Und wenn nicht, wollen wir ein multinationalen Konzern unterstützen, der so mächtig ist, dass er seine Konkurrenten aufkaufen kann, wenn er „Bock hat“? Durch die geplante Anruf-Funktion auf Whatsapp würde es Facebook nämlich schaffen zusätzlich auch Skype auszuschalten. Hier muss jeder sein eigenes Kartell-Amt sein. Jeder entscheidet für sich selbst, wo Monopol beginnt. Sicher ist, dass es Alternativen gibt, die Datenspeicherung gezielt vorbeugen. Nachrichten werden hier kurz nach dem Lesen gelöscht. Für alle. Und es ist auch klar, dass wer sich über staatliche Ausspähung wie Stasi, NSA und Co. aufregt, nicht glauben darf, dass Konzerne es besser mit einem meinen.
Wir haben die freie Wahl. Jeder einzelne hat jetzt die Entscheidung in was für einer Gesellschaft er leben möchte. Ich muss nicht Gandhi zitieren, damit ihr euch überlegt, was euch lieber ist.
Quellen:
verlinkt

Advertisements

Schweizer wählen Käse

Hallo Leute!
Statt der üblichen Entschuldigung gibt es einen frischen Artikel und noch viele in der Dose für die nächsten Male.
Viel Spaß!
Es tut weh zuzusehen, wie bei einem gelangweilten Kind, dass einfach mal an dem Ast sägt auf dem es sitzt. Die Schweizer haben entschieden. Eine knappe Mehrheit von 50,3 Prozent sprach sich beim Referendum gegen „Masseneinwanderung“ aus und jetzt tickt die Zeit. Drei Jahre hat das Parlament jetzt Zeit den Auftrag des Volks umzusetzen. Und da wird es auch schon kompliziert:
60% ihrer Produkte verkaufen die Schweizer in der EU. Sie hatten vor Jahren einen privilegierten Zugang zum europäischen Binnenmarkt erhalten unter der Bedingung, dass sie Freizügigkeit für Arbeitnehmer aus der Europäischen Union akzeptieren. Diese Akzeptanz ist nun verschwunden und damit auch die Grundlage für den gegenseitigen Vertrag. Sich jetzt wieder zu vertragen, eine Einigung zu finden, die sowohl den Willen des Schweizer Volkes, als auch Menschenrechte und Wirtschaftsinteressen respektiert, ist nun Aufgabe von Politikern der EU und der Schweiz. Damit das bockige Kind auch sanft landet.
Doch viel wichtiger ist die Aufgabe, die dieser Volksentscheid an uns richtet. Denn die Schweiz ist lange kein Einzelfall. Rechtspopulisten und Angst vor Unbekanntem gibt es überall, auch in Deutschland. Und diese kann man nur auf einem einzigen Weg außer Kraft setzen: Wie dem kleinen Kinde muss man (d.h. müssen wir) unserer Gesellschaft ihre Situation erklären und klar machen, dass sie gut ist. Und zwar genau wegen der Freizügigkeit, die wir genießen. Außerdem ist es essentiell den Schleier des Unbekannten von den Zuwanderern zu nehmen. Rechtspopulisten sind machtlos, wenn sich hinter Wörtern wie Migrant und Ausländer echte menschliche Gesichter stehen und nicht wage Bedrohungen.
Wenn ihr Kinder habt, schlagt einen Ausflug in den Park zusammen mit Kindern von Asylanten vor. Macht eurem „Ich bin ja kein Nazi, aber“-Onkel klar, wie viel „unserer“ Kultur wir Minderheiten und Migranten verdanken. Oder geht einfach zu Asylanten und hört euch ihre Geschichten an.
Und auch wenn das alles nichts nützt und ein weiteres Kind vom Baum fallen sollte, so werdet ihr liebenswerte Menschen dabei finden und eine Unmenge Spaß haben. Versprochen!
Quellen:
verlinkt