Extremisten

Gestern haben die Deutschen gewählt. Sie haben sich entschieden für die Politik von Angela Merkel. Die Politik der Christdemokraten, die die Wirtschaftlichkeit vor Menschlichkeit stellt.
Der Papst dagegen sprach sich in einer Rede in der sardinischen Hauptstadt für eine Ökonomie aus, in der der Mensch im Mittelpunkt steht, nicht das Geld. Er warnte mit Worten vor einem „Gott des Geldes“.
Aus einem Tempel des Geldes in der Hauptstadt Kenias steigt nun schwarzer Rauch auf. Seit Samstag haben sich somalische Al-Schabaab-Milizen in einem „Shopping-Paradies“ verschanzt. Die Islamisten sehen sich seit dem Sturz der gemäßigt-islamistische Übergangsregierung der „Union Islamischer Gerichtshöfe“ als Befreier und Verteidiger ihres Landes. Natürlich ist es unmöglich diese Gräueltaten zu rechtfertigen, doch ist es auch zu berücksichtigen, dass die Terroristen aus einem Land stammen, in dem Schätzungsweise 13 % der Jungen und 7 % der Mädchen (…) eine Schule besuchen und damit nicht einmal wissen, was ihr Prophet ihnen mitteilt. Und die Deutschen wollen noch nicht mal wählen gehen.
Quellen:
taz.de
aljazeera.com
tagesschau.de

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Wahlen 2013

Hallo Leute!
Artikel trotz Arbeit, Musik und Leben. Ich hoffe ihr wisst ihn zu schätzen.
Euer Joda!
Stell dir vor, es sind Wahlen und keiner geht hin.
Das klingt gar nicht so unrealistisch. In weniger als einer Woche sind die Bundestagswahlen und die Mehrheit meines Freundeskreises favorisiert die Partei „Die Partei“ von Martin Sonneborn. Junge Menschen voller Energie, die jeden Tag Zeitung lesen und sich trotzdem nicht mit Parteien identifizieren können. Unsere Elterngeneration kommt gar nicht mehr aus dem Staunen heraus. Wieso wollen sich diese Jugendlichen nur nicht in die schön bunten 5 Schubladen stecken lassen? Wieso können sie sich nicht mit den lächelnden Gesichtern auf den Plakaten identifizieren.
Sehen wir uns einmal die Definition der Identifikation an: jmdn. oder etwas mit jmdm. oder etwas gleichsetzen. Das heißt zu sagen, dass man sich mit einem Politiker identifizieren kann, ist zu sagen: ich bin wie er und er ist wie ich. Das sehen viele Jugendliche offensichtlich anders. Etwa nach dem Motto: „Wir sind jung und energetisch. Die Politiker und die Strukturen, die sie durchschritten haben, sind es nicht. Wir folgen unseren Prinzipien, die den Spendengeldern. Wir sagen etwas, die reden nur.“
Skandale und Altersunterschiede machen es schwer, sich gut repräsentiert zu fühlen. Vor allem, wenn doch laut der Meinung vieler, alle in Wirklichkeit für das Selbe stehen. Obama hat „Change“ versprochen und wenig bewirkt. Die schwarz-gelbe Koalition hat ihre Version der Energiewende umgesetzt. Wozu überhaupt noch wählen, wenn doch sowieso schon alles beschlossen ist?
Erstmal muss ich nach all dem oben gesagten die Parteien mal in Schutz nehmen. Viele Punkte stimmen in den Parteiprogrammen überein, doch nur, weil dieses zeitgemäß sind. Nun wird sich doch z.B. keiner darüber beschweren, dass alle Parteien für die Aufklärung des NSU-Skandals waren.
Zweitens stimmen zwar viele Motive der Parteien überein, doch ist es ein himmelweiter Unterschied zwischen dem Verständnis von Gerechtigkeit der Linken und der FDP.
Doch ist es nunmal wahr, dass durch den demokratischen Prozess viele Versprechen nicht umgesetzt werden können und zu vieles so bleibt wie es ist. Doch ist nicht-wählen eine Alternative?
Wie utele sehr gut in ihrem Blog beschreibt, unterstützt man zwar auch extremistische Parteien, aber auch die CDU. Durch das nicht-wählen geht man also sicher, dass sich nichts verändert. Nun ist doch aber die Idee, „denen da oben“ einen Denkzettel zu verpassen. Nun schockt 50% CDU keinen außer die Oppositionsparteien. Ein Statement dagegen wäre 25% CDU, 25% ungültige Stimmen. Die Kritik der Nichtwähler wird nicht verstanden, sondern als Faulheit abgestempelt. Nicht-wählen kann als Feigheit kleingeredet werden, als Entwürdigung des Kampfes von Millionen von Menschen für dieses Recht.
Ein ungültige Stimme jedoch ist eine klare Aussage. Sie sagt: „Einzelne Stimmen werden nicht gehört in eurem System. Nicht meine Stimme sondern euer System ist ungültig.“
Doch eigentlich ist es mir egal was ihr tut, Hauptsache ihr tut es aus voller Überzeugung. Das war das Wort zum Sonntag.
Quellen:
verlinkt

Stasi 2.0 & Syrien

Hallo Leute!
Ich mach es heute mal auf die John-Green-Art: Dieser Artikel wird euch präsentiert in 2. Teilen. Da steckt besonders viel Liebe drin.
Viel Spaß damit.
Euer Joda!
1.Es ist der letzte perfekte Sommertag. Keine einzige Wolke befleckt den Himmel. Eine Briese weht und macht das Warten unter der Weltzeituhr fast schon angenehm. Nur die leicht faschistische wirkende Marschkapelle im Hintergrund zerreißt die Idylle. Mein Freund kommt an. Noch kurz die Post nicht finden, um ein Paket abzugeben und es kann los gehen. Wir folgen der Harmonie aus Trommeln und Pfeifen und sind auch schon mitten unter den Demonstranten die sich für „Freiheit statt Angst“ aussprechen. Ballons in Rot und Orange, die Grünen verteilen sogar „NSA- und PRISM-Brause“. Der schwarze Block ist natürlich auch nicht weit. Doch trotz der Aktualität des Themas sind nur 20.000 erschienen, wie wir von den Veranstaltern erfahren, als wir uns zur Spitze des Menschenzugs vorarbeiten. Doch die Demonanstrante, die da waren, hatten sich gut ausgestattet. Gewaltig war die Menge an Guy Fawkes Masken, Plastikkameras und Plakaten. Diese waren beschriftet mit Memes und Zitaten von Politikern, doch vor allem mit Auszügen und Anspielungen an George Orwells Utopie „1984“. Ich lese grade dieses Buch und war erschrocken über die Zahl der Parallelen zu unsrer Gesellschaft. Besonders im Gedächtnis geblieben, ist mir dieses Zitat: „Wer die Vergangenheit kontrolliert, der kontrolliert die Zukunft; wer die Gegenwart kontrolliert, der kontrolliert die Vergangenheit!“ Ich jedoch sehe in der Gegenwart ein Beispiel, dass genau diese Vision glücklicherweise nicht eingetreten ist:
2.Der Syrien-Konflikt
Seit dem 21. August, dem Tag an dem ein verheerender Giftgas-Anschlag auf das syrische Volk verübt wurde, sucht mit einem militärischen Eingriff Obama seine Würde zu wahren. Er hatte den Einsatz von Chemie-Waffen als Überschreiten einer roten Linie bezeichnet. Nun da dies tatsächlich eingetreten, bzw. diese übertreten ist, sieht er sich gezwungen in Syrien einzugreifen. Er versuchte schon vor dem Ende der Kongressferien hatte der Präsident versucht, Volk und Volksvertreter auf seine Seite zu ziehen, um einer Blamage zu entgehen. Fernsehinterviews, Volksansprachen, vertrauliche Gespräche. Der Propaganda-Apparat läuft auf Höchsttouren. Doch eines hat er nicht geschafft und damit Orwell widerlegt. Er hat es nicht geschafft, dass Gedächtnis der Menschen auszuradieren. Noch immer sind 6 von 10 Nordamerikanern gegen einen Militärschlag. Die Mehrheit des Parlaments genauso. Zu groß ist die Angst vor einem neuen Irak-Krieg oder einem neuen Vietnam, wie es Assad angekündigt hatte. Und fast aus Versehen ergibt sich nun die Möglichkeit, national und international Übereinzukommen und Assad friedlich alle chemischen Waffen abzunehmen. Ein Etappensieg, doch kein Sieg für das syrische Volk! Denn noch immer gehen die täglichen Gräueltaten beider Seiten weiter, weiter flüchten Menschen ohne Sicht auch einen Zufluchtsort. Das Entwenden der Giftgase könnte der erste Schneeball sein. Nicht mehr und nicht weniger!
Quellen:
tagesschau.de
taz.de

Der nicht-mehr-ganz-so-freie Markt

Hallo Leute!
Eigentlich dachte ich darüber nach heute das „TV-Duell“ zu kommentieren, doch allein, dass Stefan Raab als Moderator ausgewählt wurde, (mal ganz davon abzusehen, dass von einem Duell gar nicht die Rede sein kann) hat für mich die Seriosität des Programms schon ausreichend beschrieben. Und da das Thema sowieso schon zur Genüge auf allen Kanälen besprochen wird, wollte ich lieber ein anderes Thema ansprechen, damit es nicht untergeht.
Es klingt wie die Vision von einer weit entfernten Zukunft. Im Bruchteil einer Sekunde werden automatisiert hunderte Wertpapiere gekauft und verkauft, allein von einem Algorithmus gelenkt, ohne direkte Einflussnahme eines Menschen, ohne Abgabe. Doch der Hochfrequenzhandel ist keine Zukunftsvision. Es war die tagtägliche Praxis überall auf der Welt, bis zum heutigen Tage. Heute hat die italienische Regierung ein Gesetz umgesetzt, dass diese Form der Transaktionen nicht untersagt, aber mit einer Abgabe von 0,02% besteuert. Dies ist weltweit einmalig. Italien begibt sich hier in Spitzenreiterposition in einem Rennen, dass alle Länder bestreiten, besonders die Europas. Seit Jahren sucht man eine EU-weite Regulierung der Finanzmärkte, doch durch die deutlich auseinander gehenden Vorstellung über Notwendigkeit und Ausmaß könnte dies noch Jahre dauern. Bei der Diskussion um den Hochfrequenzhandel geht hier keines Falls um eine kleine Randerscheinung. Im Gegenteil! 40% des Börsenvolumens allein von Deutschland wird laut Schätzungen vom so genannten Turbo-Handel erzeugt. Wir reden hier von aberbillionen Euro, die weltweit von Computern verschoben werden und von denen kein einziger Cent dem Gemainwohl zur Verfügung gestellt wird. Mehr noch! Auf diese Art der Spekulation ist unter anderem einer der dramatischsten Einbrüche des US-Aktienindex Dow Jones zurückzuführen. Vor 3 Jahren verlor die Aktie in wenigen Minuten mehr als tausend Punkte nicht als Reaktion auf einen realwirtschaftlichen, sonder auf einen elektrischen Impuls in einigen Computerlaufwerken.
Dies zeigt eindeutig, welche absurde Macht die Börse in unserer Gesellschaft hat. Ein Computerprogramm kann über den Aktienkurs einer Firma und damit indirekt aber real auf die Wirtschaft von Arbeitern, Firmen und ganzen Ländern entscheiden. Und auch durch Spekulation auf Nahrung kriegen Menschen Macht über Lebensmittelpreise und damit über das Leben an sich. Wir müssen uns hier fragen, ob soviel Macht in so wenigen Händen/Drähten vertretbar ist. Und wer wirklich die Welt regiert. Ich finde Italien hat hier eindeutig einen richtigen Fingerzeig gegeben. Es liegt jetzt an uns, ihm zu folgen.
Quellen:
tagesschau.de
handelsblatt.com
sueddeutsche.de