Boko Haram in Nigeria

Boko Haram in Nigeria

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Anschläge, Hinrichtungen und Videos im Bin Laden-Style. Die Jihadistengruppe „Boko Haram“ klingt nach der filmreifen Terrorzelle; und hat jetzt den Norden Nigerias unter ihrer Kontrolle. Präsident Goodluck Jonathan hat den Ausnahmezustand über die drei Bundesstaaten Borno, Yobe und Adamawa ausgesprochen und damit offiziell zugegeben, dass er über die Region nicht mehr die Gewalt besitzt. Stattdessen wollen die Islamisten, die sich unter Namen „westliche Bildung ist Sünde“ (Boko kommt von Book, Haram heißt Sünde) vereinen, einen Gottesstaat auf Basis der Sharia und fern von westlichen Einflüssen aufbauen. Und wie erschreckend dies auch für einige Europäer scheinen mag, wird es doch von vielen Einwohnern des Nordens unterstützt, oder zumindest dem derzeitigen Regime bevorzugt. Denn auch wenn die xenophobe Sekte blutige Anschläge verübt, gibt diese eine mit Schulen und anderen sozialen Einrichtungen eine Alternative zum von vielen als korrupt gesehene Regime. Außerdem richten sich die Gewaltakte doch vor allem gegen ausländische Kräfte und andere religiöse Gruppen. Da ist Bevölkerung im Norden Nigerias, von der 90% muslimisch ist, nicht allzu sehr bedroht. Eher von den Soldaten des Regimes. Denn bei „Säuberungsaktionen“ verwischen regelmäßig für das Militär die Grenzen zwischen Bürger und Mörder, für Zivilisten die zwischen Gut und Böse. Immer wieder Berichte von hunderten Toten, Verhörrungen im so genannten „Guantanamo“, Vermissten und Verschwundenen. Statt zur Ordnung zu sorgen, „ist es (das Militär) mehr für Zerstörung zuständig“ verurteilt Afrika-Chef der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch Daniel Bekele das Vorgehen der Truppen.
Und so fühlen sich die Bürger des besonders armen Nordens zu den Rebellen hingezogen, die sich doch vor allem gegen die jenigen auflehnt, die so lang Besserungen versäumt haben. In einer Gesellschaft, in der die Hälfte in extremer Armut lebt, also weniger als einen US-Dollar pro Tag verdient, wird man immer auf offene Ohren für radikale Thesen stoßen. Und so stimme ich Shehu Sani der Zivilgesellschafts Abujas zu, wenn er sagt: „es liegt auf der Hand, dass das Mittel der Gewalt gegen Boko Haram nicht funktioniert.“
Denn es ist wie Pablo Neruda oder berühmter Che Guevara sagte: „Sie können wohl alle Blumen abschneiden, aber sie können den Frühling nicht verhindern.“ Ein globales Erblühen von Terrorismus jeder Art kann nur mit kühlem Befolgen der demokratischen Grundwerte verhindert werden. Doch auch das reicht nicht! Zeit ist es, nicht mehr in Sprengköpfe, sondern in kreative Schöpfe zu investieren. Und das ist langfristig gesehen sogar billiger.

Arrrr you need is love!

Hallo Leute!
Ich entschuldige mich schon mal im Vorhinaus für alle mittelmäßigen Wortspiele. Ich will doch auch nur meinen Spaß haben!
Ich find von der Beteiligung könnten wir euch auch mal eine Scheibe abschneiden.
Euer Joda!

Die Piraten sind wie die Beatles. Neu! Rebellisch! Farbenfroh! Für einige glamourös, für andere gefährlich glitzernd! Und in 4 Teile gespalten. Beim schlecht betitelten Parteitag, der das ganze 3 Tage dauerte, zeigte sich das deutlich. In der Abstimmung über das jahrelang verfolgte SMV-Projekt, dem so genannten Onlineparteitag, sprachen sich fast drei von vieren dafür aus. Aber eben nur fast. 2 Prozent verhinderten, dass die Partei als erste diese Form der Partizipation einführt. Grundsätzlich sind ja alle in der Säbelbande dafür, Demokratie digital zu machen. Debattiert wurde vor allem, ob das vorgeschlagene Programm Liquid Feedback, verbindlich genutzt werden soll, oder überhaupt kann, ob es wirklich sicher genug ist. Doch da die direkte Demokratie und Liquid Democracy immer eines der Grundthemen der Partei waren, erklärte Martin Delius, Abgeordneter in Berlin das Ergebnis der Wahl als „unverständlich für Piraten“.

Diese geben sich nämlich auch ohne ge“updated“te Demokratie selbstbewusst. Nach 250 bearbeiteten Anträgen kann die Partei zu mindest schon ein fundamentales Parteiprogramm vorzeigen, dass weit über das WWW. hinausgeht. Und so setzte der Piraten-Chef Schlömer euphorisch und angrifslustig einen klaren Kurs: „Auf in den Bundestag!“
Sofort hagelte es von allen Seiten mediale Kritik. Doch aller Anfang ist schwer. Die Kritik, dass das alles doch nur realitätsfremde Kiffer sind, kommt uns ja auch irgendwo bekannt vor. Die Piraten sind einfach all das, was die Grünen mit dem steigenden Alter ihrer Wählerschaft verloren haben. Ungezähmt. Ungehörig. Und manchmal unbedacht. Doch genau das macht alle Rebellen aus.

Der Unterschied liegt nun darin mehr als nur dagegen zu sein. Die Beatles war eine Union von Genies, die nicht nur das bestehende Hinterfragt haben. Sie haben Veränderung gemacht, gelebt, geteilt. Damit haben sie den Grundstein nicht nur für eine Epoche sondern sind bis zu heutigen Tage ein merkbarer Einfluss. Und Partei in Orange hat die selbe Möglichkeit. Doch dazu braucht sie einen Brian Epstein, der die Band bis zu seinem Tod gemanagt und zusammengehalten hat. Das ist eine große Verantwortung, was wohl die unübersichtlichen Wechsel in der Parteispitze erklären. Doch wenn die Partei die Probleme von heute ablegt, kann sie mehr als nur einen Stein auf dem Weg unserer Demokratie und unserem Frieden legen.
Und auch wenn das vielleicht nicht sofort klappt, auch wenn sie es vielleicht nicht direkt in den Bundestag schaffen, haben auch die Beatles in Hamburg sich anhören müssen, dass sie keine Zukunft im Show-Geschäft haben. Und eigentlich haben die sich doch auch ganz gut geschlagen.

Quellen:

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Langer Weg für Gerechtigkeit

Das ist ein Thema, dass mir immer unter die Haut geht. Nicht nur wegen der Ungerechtigkeit, jemanden nur wegen seiner Herkunft zu töten, nicht nur, weil die Täter in so vielen Sinnen aus dem Herzen Deutschlands kamen, sondern vor allem, weil die Tat zeigt, wie einfach und real der völlige Verlust des Realitätsbezuges ist. Ich beziehe mich auf den Fall der NSU-Morde.
Nach dem sich die Haupttäter Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos 2011 das Leben genommen haben, wurde nun der Prozess zur Schuldfrage von Beate Zschäpe begonnen. Schwer sind die Vorwürfe: 8 Einwanderer türkischer und griechischer Herkunft sollen den Taten der Terrorzelle zum Opfer gefallen sein. Der Anwalt einer Nebenanklage Reinhard Schön sprach von den „schlimmsten faschistischen Verbrechen der Nachkriegsgeschichte“.

Dem entsprechend erwartete man eine demütige Haltung von der Angeklagten. Doch im Gegenteil. Aufgerichtet, mit verschränkten Armen und Kaugummi im Mund drehte sie den Reportern und dem Gericht den Rücken zu. Eine halbe Stunde bis das Blitzlichtgewitter vorrübergezogen war. Dann fing der Prozess an. Oder eigentlich auch nicht. Die Anwälte der Angeklagten stellten sofort die Unabhängigkeit des Richters in Frage. Nach Ritualen und Formalien wurde nun, noch vor der Verlesung der Anklage, die nächste Sitzung um eine Woche verschoben. Bei einem so emotional und symbolisch aufgeladenen Thema schein das vielen Überflüssig. Viele wollen Gerechtigkeit, den „institutionellen Rassismus“ beendet sehen; und das so schnell wie möglich. Doch so pingelig das Einhalten von solchen Vorschriften auch scheint, sie haben eine große Bedeutung:

Der Grundsatz eines jeden fairen Wettkampfes heißt: „Möge der Bessere gewinnen.“ Und genau deshalb sind wir verpflichtet zu beweisen, dass wir die Besseren sind, dass wir zu unseren Grundsätzen stehen. Dass wir, wenn wir Schuld tragen, Reue zeigen und Verbesserung suchen. Dass WIR Deutschland sind. Der Staat Europas, der jeden eine Hand ausstreckt, nicht um unter- und abzuhalten, sondern um beim Aufstehen zu helfen. Der Staat in dem die Würde aller unantastbar bleibt! (Und der Staat mit den besten Fußballclub. Das wär echt spitze!)

Quellen:

Taz

der Standart

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