Besserung in Mali ?

Hallo Leute!

Offenbar hat der letzte Artikel ganz gut Gefallen gefunden. Wenn ihr eher Essays lesen wollt, sagt mir das bitte. Diese Woche aber wieder was politisches!

Euer Joda!

Ein tiefer Riss ziert die Perle im Wüstensand. Timbuktu hat gelitten, seit dem erst Touareg, dann islamistische Rebellen die Macht an sich gerissen hatten. Die „Stadt der 333 Heiligen“ hat in den Tagen der Besetzung mit den weltberühmten Mausoleen, einen wichtigen Teil seiner Identität verloren. Und mit der Brandstiftung in der Ahmed-Baba-Bibliothek musste sie einen Stich in das kulturelle Herz der Stadt hinnehmen.
Doch die Bevölkerung jubelt trotzdem, als die französischen Truppen in den Straßen strömen. Erleichterung, denn: „Wir sind wieder frei, und Freiheit ist doch das Wertvollste auf der Welt!“ Und für die Freiheit sind sie offenbar bereit einen hohen Preis zu zahlen. Und die internationale Gemeinschaft auch. Mit 455 Millionen US-Dollar werden zur „Terrorismus-Bekämpfung“ beireitgestell, wobei Japan 120 Millionen und die USA 96 zur Verfügung stellen. Deutschland beteiligt sich mit 20 Millionen. Damit soll vor allem das Machtvakuum aufgelöst werden, dass sich seit dem Putsch 2012 gebildet hat. Und das klappt erstaunlich gut. Die größten Städte, Konna, Gao und Timbuktu konnten ohne weitere Probleme eingenommen werden. Rebellen berichteten Aljazeera, dass im Hinterland sich die Truppen neu ordnen und eine Art Bodenarmee geformt werde. Laut Francois Gere vom französischen Institut für Strategische Analyse werden die Aufständischen dadurch leichter angreifbar, als wenn sie sich zu kleineren Guerilla-Einheiten zerstreuten. Damit wären sie, sowohl für Bodentruppen, als auch für Flugdrohnen, nicht so leicht von neutralen Zivilisten zu unterscheiden.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich davon nicht all zu viel verstehe. Ich persönlich finde es nur eine Schande, dass bei einer solchen militärischen Operation immer viele hundert Millionen Dollar fließen, wenn doch friedliche Prävention diese Probleme an den Wurzeln fassen würde, sodass sie nicht einmal Fuß in der Gesellschaft fassen können, keine Anhänger um sich scharren können. Deutschland hat seine Entwicklungshilfe längst eingestellt, wo es doch eindeutig Notwendigkeit für Verbesserungen gibt (mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt in „extremer Armut“, weniger als ein Drittel können Lesen und Schreiben, nicht einmal 2/3 haben Anschluss an die Trinkwasser-versorgung). Doch für einen militärischen Einsatz stehen immer Mittel zur Verfügung.

Doch diese Einsätze stehen sicher nur im Sinne der Bevölkerung. Und deren Sicherheit, kann und sollte nicht mit einem Preis aufgewogen werden.

Quellen:

verlinkt

spiegel.de

Ähnliches zum Thema:

journal21.ch

Über Tatoos, lange Haare und innere Werte

Hallo Leute!

Dass ich keinen Artikel am letzten Montag veröffentlicht habe, tut mir sehr leid. Ich habe jedoch auch so einen geschrieben. Da ein Blitz mein Internet lahmgelegt hat, konnte ich ihn jedoch nicht veröffentlichen. Hier ist er jetzt. Ein wenig später, auch ungeschliffen, aber ich hoffe, ihr versteht die Idee. Ich fahre jetzt zu den argentinischen Gletschern. Wenn ihr wollt, kann ich einige Bilder hier hochladen.

Euer Joda!

Wir sehen fern. Grade werden Polizisten gefeiert, die mit unglaublicher Gewalt einen Mann zusammen schlagen. Mit Tritt um Tritt wird das letzte Bisschen Widerstand aus ihm heraus geprügelt, bis er bewegungslos auf einen Polizeitruck geladen wird. „Brrrrr!“ Es schüttelt mich. Was er gemacht hat, frage ich. Was er gemacht haben könnte, das so etwas rechtfertigen könnte, will ich wissen. „Das sind alles Mörder.“ Ich bin nicht überzeugt, sehe offenbar auch nicht so aus. „Wenn der schon so ein Tatoo hat.“ versucht man das zu rechtfertigen. Dieser Satz tritt in meinem Kopf eine Diskussionsrunde los.

Zuerst kommt mir das Vorschul- und Teenistar-Gelaber in den Kopf. Dieses ganze: „Es geht um deine inneren Werte.“ und so. Denn wenn er ein Tatoo haben will, soll er doch eins haben. Das Recht auf Eigenbestimmung muss auf jeden Fall erhalten werden. Doch muss sich jeder, der sich zu so einem fast unwiederrufbaren Entscheidung bekennt, muss er sich erst darüber bewusst machen, dass dadurch immer eine Signal ausgesendet wird. Ein Signal, dass einen zu einer bestimmten Gruppe zuordnet. Und damit durch Definition einen aus einer anderen Gruppe ausschließt.

Dadurch, dass ich lange Haare hatte, haben mich die meisten Leute schon bevor sie mich kennengelernt haben, in eine bestimmte Gruppe von Menschen eingeordnet. Nun da ich sie mir geschnitten habe, nehmen alle einen Wechsel in meinen inneren Einstellungen und sozialen Gruppen an. Genau dies kann eine solche Veränderung sein. Muss sie aber nicht! Jede Entscheidung, über jegliches Thema, kann aus den verschiedensten Gründen gefällt werden. Und es liegt an niemandem sie zu urteilen, der nicht sämtliche Ursachen weiß. Denn ich kenne viele, die ein Tatoo haben und nicht damit ausdrücken wollen, dass sie Mörder und Drogendieler sind.

Zerreißprobe für Europa

Hallo Leute!
Dass ich gestern nichts veröffentlicht hab, lag daran, dass sie mir das Internet gekappt haben.

Ich hoffe, das macht euch nichts aus und ihr habt Spaß mit diesem Artikel!
Euer Joda!

Noch nicht mal einen Monat ist es her, dass die EU den Friedensnobelpreis überreicht bekommen hat. Durch ihre Einheit habe sie zu 60-Jahren Frieden beigetragen. Eine Einheit, die durch den Preis gestärkt werden sollte. Eine Einheit, die jetzt vor einer Zerreißprobe steht.
Schon die vergangen Jahre haben Finanzkrise und die aus ihr hervorgehenden Spannungen hart an Europa und besonders der Euro-Währungsunion gerüttelt. Und mit 2013 erwartet Europa ein „weiteres miserables Jahr“, wie der EU-Sozialkommissar László Andor erläutert als er seine Berichte über Beschäftigung und Soziales präsentierte. Knallhart, die Fakten. Wenn doch vor der Finanzkrise die Beschäftigungsquote noch beinahe ausgeglichen waren, klafft jetzt eine Gruft von 7,5 Prozentpunkten zwischen den nördlichen und südlichen Ländern. Auch das Wachstum unterscheidet sich stark über die Breitengrade. Das Haushaltseinkommen stieg in den Ländern Polen, Frankreich und Deutschland, nahm jedoch in 2/3 der Euro-Länder ab. Während Deutschland gemütlich bei 5,4% Arbeitslosen rumdümpelt, musste Spanien mit einem Absturz von mehr als 14 Prozentpunkten auskommen. Ein Absturz, der unter anderem durch das Krisenmanagement von Angela Merkel beeinflusst wurde, und da er noch immer keine Besserung zu verschaffen scheint, immer mehr Skepsis auslöst. Auch wenn auf dem „Welt“-Wirtschaftsgipfel allgemein von Fortschritt die Rede war, waren die Prognosen der EU-Kommission hingegen eher pessimistisch. Ein Wachstum von 0,1% für die Euro-Zone, keine Besserungen am Arbeitsmarkt bis 2014. Aussichten, die es schwierig machen werden, reine Sparmaßnahmen zu verkaufen. „Experten“ besprechen die Notwendigkeit und Effektivität von neuen Investitionen, z.B. in den Arbeitsmarkt um die Jobverteilung zu verbessern. Unterdessen fordern Gewerkschaften einen „Marshall-Plan für Europa“ um langfristiges Wachstum zu ermöglichen.
Ich habe nicht das nötige Fachwissen zum Thema Finanzen. um zu wissen, was wirklich sinnvoll ist. Was ich jedoch weiß, ist, dass fast alle Revolutionen in der Geschichte eine hohe Jugendarbeitslosigkeit und hohe Lebenserhaltungkosten als Vorraussetzungen hatten. Vorraussetzungen, die auch in Griechenland und Spanien gegeben sind. Wenn die EU also die demokratische Ordnung erhalten will, muss sie diese Probleme so schnell wie möglich attackieren. Um zu beweisen, dass sie eines Friedensnobelpreises würdig sind.

Quellen:

verlinkt

taz.de

tagesschau.de

Cliffhanger USA

Hallo Leute!

Dass der Artikel nicht gestern kam, tut mir Leid.
Ich war mit Neujahrszeug beschäfftigt. Ich hoffe ihr versteht das.
Ein später Artikel, trotzdem mit Liebe gemacht, bin ich doch bis 4 Uhr wach geblieben, um ihn zu beenden.
Euer Joda!

Neujahr. Wahrscheinlich genauso wie halb Deutschland, allein um moralischen Normen zu entsprechen und sich gesellschaftlich kompartibel zu präsentieren, vor Neujahr gute Vorsätze gefasst hat, traf sich auch der Kongress der Vereinigten Staaten von Amerika um notgedrungen eine Instant-Lösung zu finden und die USA vor dem Absturz in die ewigen Tiefen des „fiskal clif“ zu bewahren. Wie die meisten Vorsätze, wird das Ergebnis nicht lange halten. 2 Monate wird geschätzt, dass die beschlossenen Verbesserungen ausreichen werden. Eine Zeitbeschaffungsmaßnahme die weder Republikaner noch Demokraten zu frieden stellt. Eine Zeitbeschaffungsmaßnahme die verrückt schein, wenn dem Kongress doch schon seit 500 Tagen klar war, dass der Dampfer USA auf den Punkt zusteuert, an dem die von der Verfassung festgelegte Schuldenhöchstgrenze überschritten und damit keine weiteren Ausgaben mehr möglich sein würden. Doch der Kongress tauschte das Steuerrad gegen das politische Kartenspiel aus. Beide Seiten wollten Radikalität beweisen und damit sich ihre Wiederwahl sichern. Das resultierte im laut John Green „am wenigst effektiven Kongress in den Vereinigten Staaten seit den 1850er Jahren„.  Sogar der „Do-nothing“-Kongress der mehr 900 Gesetze verabschiedete, wird von den 219 in den letzten 2 Jahren verabschiedeten Gesetze weit in den Schatten gestellt.

Doch woher kommt diese Unfähigkeit?
Die öffentliche Diskussion wird hauptsächlich darüber geführt, ob das Gesetzespaket hauptsächlich aus Steuererhöhungen, vor allem für die Reichen oder aus Kürzungen im sozialen Bereich bestehen sollte. Der profundere Grund für die Ergebnislosigkeit ist ein Problem im amerikanischen Wahlsystem, dass die Radikalität der Kongressmitglieder unterstützt. Am ehesten auf eine Wiederwahl freuen können sich die Mitglieder, die am meisten auf die Werte ihrer Partei fokussiert sind. Diese Fokussion macht oft einen Kompromiss unmöglich.

Brechen wir diesen Konflikt einmal auf. Obwohl der Kongress zur Zeit von Republikanern dominiert wird, ist die Wahl vor einigen Wochen eindeutig zum Wohl der Demokraten ausgefallen. Deren Wahlthema war es, die Steuern für die Reichen zu erhöhen. Als logische Schlussfolgerung ist die demokratische Mehrheit für eine Erhöhung der Steuern. Nun ist die demokratische Berechtigung nicht immer ein Indiz für die moralische Richtigkeit, man denke allein an die deutsche Geschichte. Also haben die Republikaner vielleicht die Pflicht die Reichsten Amerikas zu beschützen. Doch dies ist ein Minderheit die nicht beschützt werden will. Im Gegenteil. Wenn selbst Superreiche wie Buffett und Gates sich für eine stärke Belastung durch Steuern aussprechen, dann scheint eine Lösung logisch. Eine Lösung die nicht aus sich wartet, das hat sie schon zu lang.

Quellen:

verlinkt

aljazeera.com

taz.de

tagesschau.de