SOPA,PIPA, PIPAPO

Wir mussten vor einiger Zeit in Deutsch eine Erörterung zum Thema „Kunstgenuss und Kriminalität“ schreiben. Da ich diese sowieso nochmal abtippen musste, weil sie ordentlich sein sollte, habe ich mir gedacht lasse ich euch an unserem Deutschunterricht teilhaben.

Ich habe ihn kurz aktualisiert.

Bitte schreibt kurz, wie ihr ihn fandet und empfehlt ihn, wenn ihr den Artikel mochtet.

„Kunstgenuss und Kriminalität“

Kino.to war bis zum Juni 2011 laut Alexa Internet eins der 50 meist besuchten Websiten Deutschlands. Laut dem Betreiber besuchten vier Millionen Zuschauer pro Tag die Website. Doch sie wurde wegen des „Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung zur {…} Begehung von Urheberrechtsverletzungen“ geschlossen.

Ich stelle mir die Frage, ob es moralisch richtig ist, Seiten wie kino.to zu besuchen.

Laut „polizei.bayern.de“ (Ich habe leider den Orginalartikel nicht gefunden) entsteht durch Raubkopien jedes Jahr ein finanzieller Schaden von 11 Milliarden  US-Dollar.

Sie behaupten, dass durch die Eindämmung des „Raubkopierens“ auf 27% allein in Deutschland 40.000 Arbeitsplätze entstehen würden.

Die Konzerne wären offener für Neues, weil sie mehr Geld hätten um kleinere Projekte zu fördern. Mehr Künstler könnten sich ausprobieren, z.B. könnten auch kleinere Bands Alben aufnehmen und durch Werbung Aufmerksamkeit auf sich lenken.

Ein weiterer Effekt wäre, dass die Künstler die gute Arbeit leisten, auch davon leben könnten und ihre ganze Zeit in ihre Arbeit investieren könnten. Und das wäre ja in unser aller Interesse.

Doch viele sagen, dass die Musiker sowieso nicht von den Labels unterstützt werden würden und kaum Geld an die Musiker zahlen.

Eine durchschnittlich CD kostet im Laden 15-20€. Grob geschätzt kostet die Produktion der CD maximal 1€ und die Musiker und Mischer bekommen 2-3€ pro CD.

Das heißt, dass pro CD etwa 11-17€ an die Firmeninhaber gehen muss.

Außerdem die Inhalte der Songs oft so verändert, dass sie der Plattenfirma passen. Nicht grundlos wird z.B. im Song „Unsigned“ (VS/songstowearpantsto/Andrew Huang)  Verkaufen der Seele gesprochen.

Deshalb sehen viele die Anbieter von napster, kino(x).to und Co. als „digitale{n} Robin Hoods“ (unlesbar.de) an. Sie nahmen den Reichen ihr Monopol und gaben den Armen kostenlosen Zugriff auf tausende Filme und Songs. Doch die meisten vergessen, dass kino.to Millionen, wenn nicht sogar Milliarden, mit der „Schmuddelwerbung“ gemacht haben muss. Und die Künstler haben keinen Cent bekommen. Dies ist also keine Alternative. Um es mit Johnny Heuslers/Spreeblicks Worten zu sagen: “ Jedes weitere kino.to, mit dem auf illegale Weise Millionen verdient werden, verstärkt den Ruf nach härteren Gesetzen und nach stärkeren Anbieter- und Nutzer-Kontrollen.“

Dieser Schrei wurde nun erhört!

Stop Online Piracy Act, kurz SOPA ist einer von vielen amerikanischer Gesetzesentwürfen (wie PIPA), die sicherstellen sollen, dass das Urheberrecht insbesondere von den Warner Brothers und Co. nicht mehr verletzt wird. Und zwar durch Zensur.

Viele sehen die Diversität nun bedroht. Beim Blackout-Day wurden Seiten wie Wikipedia auf der ganzen Welt für 24 Stunden vom Netz genommen. Der Gründer von Wikipedia, Jimmy Wales stellte klar, dass er die Piraterie nicht verteidige. Man dürfe nur nicht die Freiheit im Netz beschneiden. Auf Youtube fanden sich Massen an Videos, die gegen SOPA/PIPA protestierten.

Vorsitzender der Piraten Sebastian Nerz sieht in SOPA/PIPA sogar eine Verletzung der Grundrechte und einen Angriff auf die Demokratie, weil die Meinungsfreiheit eingeschränkt sei.

Fakt ist, dass die Möglichkeiten, die das Internet bietet, beschränkt werden und so auch die Kreativität eingedämmt wird.

Vielleicht ist das ja auch die Absicht der Unterhaltungskonzerne. Doch solang uns klar ist, dass das Internet mit SOPA/PIPA ein anderes wäre und wir laut gegen sie vorgehen, können wir unseren Freiraum erhalten.

All dies wurde ja nur durch Portale wie kino.to ausgelöst. Und die Unterhaltungsindustrie wird weiter versuchen ihr Monopol wieder zu festigen. Es gibt schon wieder ein Abkommen ACTA.

Weil Streaming Portale den Wunsch nach Zensur auf seiten der Industrie begründet und kino.to den Interpreten nichts von ihrem Gewinn abgibt,  finde ich den Besuch von Seiten wie kino(x).to nicht moralisch gerechtfertigt.

Allerdings wird das kaum jemanden, vielleicht noch nicht mal mich, davon abhalten, Streaming Portale zu benutzen.

Denn ich habe keine Lust mehr als 35 Euro für 2 Kinokarten auszugeben und ich kenne viele denen es genau so geht.

Nun sollte Hollywood und Warner Bros. die Aufmerksamkeit auf das Thema nutzen um sich konstruktiv um eine Lösung zu bemühen. Denn, wenn sie es richtig machen, können sie durch den neu gewonnen Markt viel Geld machen.

Doch wenn sie stur eine Seite nach der anderen sperren zu lassen verschwendet nur Steuergelder, weil es den User nur zwingt „im Schnitt zwei Minuten nach einer neuen Plattform zu suchen“ um seinen Film weiter zu schauen.

Quellen:

songstowearpantsto

Spreeblick

unlesbar.de

der Postillon

www.qlod.org

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Jawlinski for President?

Hallo Leute!

Heute nur eine Kurzmitteilung.

Ich finde es sehr schön, dass der Blog weiter wächst und es kommen schon fast kleine Diskusionen in den Kommentaren auf.

Ich glaube nächste Woche dürft ihr euch auf etwas größeres freuen.

Euer Joda!

Michail Jawlinski will für die liberalen Jabloko-Partei der Chef von Kreml werden. Er ist ein russischer Unternehmer, der laut dem Großunternehmer Prochorow „liberale Werte“, vertritt. Diese seien zurzeit sehr gefragt. Er sieht sich als „einzige echte Alternative“ zu dem amtierenden Regierungschef Vladimir Putin. Sogar der Friedensnobelpreisträger Gorbatschow würde bei der russischen Präsidentenwahl den Oppositionellen Jawlinski wählen.

Jawilinski hat nun zwei Millionen Unterstützungsunterschriften gesammelt, doch mehr als zehn Prozent davon sollen gefälscht worden seien.  Deshalb will ihn die Wahlkommision nicht zulassen.

Quellen:

verlinkt

Kölnische Rundschau

NSU

NSU

Hallo Leute!

Ich saß letztens im Bürgeramt und hatte zufällig Lust über Nazis zu schreiben.

Ich finde es wichtig, dass Rechtsextremismus weiter besprochen wird.

Einen anderen Beitrag zu Nazis findet ihr hier.

Viel Spaß beim Lesen.

Kommentare und Kritik sind wie immer erwünscht!!!

Auf einmal waren die Nazis in aller Munde.  Die Bild spricht von „Killer-Nazis“

Doch bevor bekannt wurde, dass der Nazionalsozialiste Untergrund (NSU) für 11 Morde verantwortlich ist, hat sich niemand träumen lassen, dass Nazis gegen die Grundrechte einer demokratischen Gesellschaft verstoßen.

Oft gab es schon Übergriffe auf Linke und „Ausländer“.

Der Verfassungschutz hat es nicht geschafft dies zu unterbinden.

Doch seit ein paar Wochen wollen alle Politiker handeln, um den Nazionalsozialisten Untergrund zu bekämpfen. Es soll eine Datensammlung geben, auf die alle Polizisten Zugriff haben sollen.

Vielleicht wegen den jüngsten Vorfällen und vielleicht etwas vorschnell wurde auch dem Moderator Ken Jebsen gekündigt, weil er angeblich Antisemitist sei. Der Moderator der wöchentlichen Nachmittagssendung Ken FM schrieb in einer hastigen (Ohne Kommata oder Großbuchstaben) E-mail: „Ich weis wer den holocaust als PR erfunden hat.“

Das soll Jebsen nun nach 545 Sendungen seien Job kosten. Der Moderator hat nun rechtliche Schritte eingeleitet. Auch Broder findet die Kündigung nicht akzeptabel. Er kontert: „Wenn in Brandenburg eine Lichtgestalt wie Manfred Stolpe Ministerpräsident werden konnte und wenn ehemalige Stasi-Richter weiter im Justizdienst beschäftigt werden können, dann spricht auch nichts dagegen, dass solch ein Demagoge und Lügner im öffentlich-rechtlichen Rundfunk derartigen Müll verbreiten darf.“

Anoymus hat am 8.1. einen „Onlinepranger“ eingerichtet auf der man Daten wie Telefon- und Hausnummer einsehen kann.

Es wird versucht durch „Digiatale Zivilcourage„die Nazis einzuschüchtern und so zu verdrengen.

Doch ob es wirklich hilft Nazis zu Trollen oder von der Polizei verfolgen zu lassen ist fragwürdig, denn noch hat keines geholfen…

Ich glaube auch nicht, dass dies je helfen wird.

Ich habe mir früher einen Spaß daraus gemacht auf die Fragwürdige Vergangenheit der Bösen Onkelz aufmerksam zu machen (also zu trollen) und zu sehen, wie die Fans regieren. Doch nie hat jemand gesagt: „Du hast mir die Augen geöffnet. Ich werde mich ab jetzt für Demokratie und ethnologische Vielfalt einsetzten.“

Das mag daran liegen, dass meine Argumentation mit 12 unzureichend war oder, dass es grundsätzlich nicht hilft Nazis zu beschimpfen. Ich befürchte, dass die Gruppe der Nazis durch Beschimpfungen (Link Arschloch ärzte) zwar kleiner, aber radikaler wird. Sie bekommen dadurch einen verbotenen mystischen Status. Ich bin deshalb für einen Verstärkten konstruktiven Dialog und eine Stärkung der Ausstiegsgruppen, um Nazis durch Fakten zu überzeugen und so wieder in die Gesellschaft zu integrieren und nicht von ihr abzugrenzen. Auch eine weitere Debatte und wirkliche Konsequenzen sollten noch folgen.

Wie Blumio mahnt: „Wir müssen uns alle hinterfragen.“

Quellen und Inspirationen:

Marc Uwe Kling:Nazis raus aber wohin?

verlinkt

Verfassungsänderung in Ungarn

Hallo Leute!

Ich finde, dass Herr Wulff viel zu viel Aufmerksamkeit bekommen hat, bzw. andere Themen viel zu sehr verdrengt wurden.

Deshalb schreibe ich und werde auch nicht über Wulff schreiben.

Euer Joda!

Feierlich hielt Viktor Orban zu klassischer Musik am Weihnachtsabend Reden, während draußen zehntausende gegen die geplanten Verfassungsänderungen protestierten.

Die Fidesz Partei hat 1988 zum Sturz des kommunistischen Regimes beigetragen. Ihr Parteivorsitzender Viktor Orban fühlt sich noch immer wie ein Revolutionär. Er sagt, er wolle nun den Demokratisierungsprozess vollenden.

Nach seinem Wahlsieg mit ca. 53% vor gut knapp 2 Jahren hat Orban eine neue Ära angekündigt. Er hat am 1.1.2012 die ungarische Verfassung geändert.

Nun kann der Medienrat, der ausschließlich aus Mitgliedern der Fidesz Partei besteht, „falsche“ oder „unausgewogene“ Berichterstattung mit Geldstraften von bis zu 90.000€ bestrafen.

Viele Richter und Beamte wurden durch treue Fidesz-Anhänger ersetzt.

Dazu wurde der Einfluss der Gerichte beschnitten.

Die Ehe ist nur noch zwischen Mann und Frau legal.

Es gibt Wiederstand auf den Straßen und in den Zeitungen. Manche Bürger fürchten ein Ende der Pressefreiheit und sprechen von Diktatur. Doch andere sprechen sich auf Plattformen (meist obszön, deshalb kein Zitat) für die Änderungen und gegen die Sozialisten in Ungarn aus.

Die EU fürchtet um ihre Glaubwürdigkeit. Wenn in Europa ein undemokratischer Staat existiert, ist es schwer andere Länder über Demokratie zu belehren.

Der EU-Parlamentarier Daniel Cohn-Bendit betonte: „Die Basis von Demokratie und Freiheit ist die Redefreiheit. Noch nie ist eine Demokratie an zu viel Freiheit eingegangen.“

Viele Sprechen schon vom Diktator Orban. Ob dies gerechtfertigt ist, ist Ansichtssache.

Doch was feststeht ist: Diese Veränderungen gibt wenigen Leuten viel Macht. Dadurch, dass die Fidesz Partei eine so große Macht hat, verliert sie das Gegengewicht. Sie droht selbst „unausgewogen“ zu werden.

Quellen:

verlinkt

euronews 

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